Hirnmetastasen nach der Operation bestrahlen

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Eine stereotaktische Strahlentherapie nach der Operation einzelner Hirnmetastasen bei Krebserkrankungen kann Überlebensvorteile bringen.

Wenn Patienten bei einer Krebserkrankung Hirnmetastasen entwickeln, die operiert werden können, profitieren sie offenbar davon, wenn die operierte Stelle nach dem Eingriff noch mit einer hypofraktionierten stereotaktischen Radiotherapie bestrahlt wird. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

An der internationalen Studie nahmen 558 Patienten teil, die eine Operation bei Hirnmetastasen erhielten und anschließend mit hypofraktionierter stereotaktischer Radiotherapie bestrahlt wurden. Bei der hypofraktionierten stereotaktischen Radiotherapie können hohe Strahlendosen punktgenau auf das Tumorbett gerichtet werden, das gesunde umgebende Gewebe wird weitgehend verschont. Weil es durch die hohe Präzision der Bestrahlung möglich ist, hohe Einzeldosen anzuwenden, sind anders als bei der herkömmlichen Bestrahlung nur wenige Strahlensitzungen nötig.

Mithilfe der zusätzlichen Strahlentherapie konnte bei vielen Patienten eine gute lokale Kontrolle erreicht werden. Als günstig für die Prognose erwies es sich, wenn zwischen Operation und nachfolgender Strahlentherapie 22 bis 33 Tage vergingen. Auch eine gute körperliche Verfassung und eine gute Kontrolle des Ausgangstumors für die Metastasen waren Voraussetzungen für eine gute Prognose. Eine bessere lokale Kontrolle der operierten Hirnmetastasen ließ sich erreichen, wenn nur einzelne Hirnmetastasen vorlagen und wenn der Ausgangstumor gut kontrolliert werden konnte.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, lohne es sich, nach der Operation einzelner Hirnmetastasen, die operierten Stellen mit hypofraktionierter stereotaktischer Radiotherapie zu bestrahlen. In weiteren Studien müsse nun erforscht werden, ob es zusätzlich positive Effekte zwischen der Strahlentherapie und systemischen bzw. Immuntherapien gebe.

 

Quelle:

Eitz KA et al. Multi-institutional Analysis of Prognostic Factors and Outcomes After Hypofractionated Stereotactic Radiotherapy to the Resection Cavity in Patients With Brain Metastases. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 15. Oktober 2020, doi:10.1001/jamaoncol.2020.4630

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 04.12.2020 14:45