Hirnmetastasen bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs vorbeugen

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Eine prophylaktische Schädelbestrahlung kann unter bestimmten Umständen lohnen und Überlebensvorteile bringen.

Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium IIIB oder IV, wenn ein hohes Risiko dafür besteht, dass sich der Tumor auch ins Gehirn ausbreitet, kann dem durch eine Schädelbestrahlung vorgebeugt werden. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift International Journal of Radiation Oncology, Biology, Physics.

84 Patienten nahmen an der Studie teil. Alle waren an nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium erkrankt, hatten allerdings noch keine Hirnmetastasen entwickelt. 41 von ihnen erhielten eine vorbeugende Schädelbestrahlung und die Standardpflege, die übrigen 43 erhielten Standardpflege. 

Nach 24 Monaten hatten 38 Prozent der Patienten unter Standardpflege und sieben Prozent der Patienten nach Schädelbestrahlung plus Standardpflege Hirnmetastasen entwickelt. Das Risiko, an Hirnmetastasen zu erkranken, war infolge der prophylaktischen Schädelbestrahlung deutlich zurückgegangen. Darüber hinaus zeigte sich nach der Schädelbestrahlung ein signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben, die Überlebenszeit konnte praktisch verdreifacht werden.

Wenn bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs ein hohes Risiko für Hirnmetastasen besteht, könne eine vorbeugende Schädelbestrahlung die Aussichten erheblich verbessern, so die Interpretation der Studienautoren. Diesem Überlebensvorteil solle in weiteren Studien nachgegangen werden.

 

Quelle:

Arrieta O et al. Prophylactic Cranial Irradiation reduces brain metastases and improves overall survival in high-risk metastatic non-small cell lung cancer patients: a randomized phase II study (PRoT-BM trial). International Journal of Radiation Oncology, Biology, Physics, Onlinevorabveröffentlichung am 25. Februar 2021;S0360-3016(21)00225-X

 

(KvK)

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