HER2-positiver Brustkrebs: Antikörpertherapie langfristig wirksam

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Das Rückfallrisiko ist vor allem bei Tumoren im Frühstadium gering, wenn neben der adjuvanten Chemotherapie eine Therapie mit einem HER2-Antikörper stattfindet.

Patientinnen mit hormonempfindlichem, HER2-positivem Brustkrebs haben, wenn sie nach der Operation mit Chemotherapie und einem HER2-Antikörper behandelt werden, ein geringes Risiko, fünf Jahre nach der Diagnose oder danach noch einen Rückfall zu erleiden. Das geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

In der Studie wurden die Daten von 3.177 Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs ausgewertet, die nach der Operation eine unterstützende, sogenannte adjuvante Chemotherapie mit oder ohne HER2-Antikörper erhielten. Es zeigte sich, dass hormonempfindlicher, also Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose mit einem signifikant verbesserten rückfallfreien Überleben verbunden war. Außerdem hatten Patientinnen, die mit dem HER2-Antikörper behandelt wurden, unabhängig davon, ob es sich um hormonempfindlichen oder –unempfindlichen Brustkrebs handelte, ein besseres rückfallfreies Überleben. 

Nach fünf bis zehn Jahren war das Rückfallrisiko bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem HER2-positivem Brustkrebs niedrig – insbesondere dann, wenn sich der Krebs noch nicht oder nur wenig in die Lymphknoten ausgebreitet hatte.

Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs können offenbar langfristig von einer zusätzlichen adjuvanten Therapie mit einem HER2-Antikörper profitieren, so die Interpretation der Studienautoren. Das späte Rückfallrisiko fünf bis zehn Jahre nach der Erstdiagnose ist gering. In besonderem Maße gilt dies für Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Tumor im Frühstadium.

 

Quelle:

Chumsri S et al. Incidence of Late Relapses in Patients With HER2-Positive Breast Cancer Receiving Adjuvant Trastuzumab: Combined Analysis of NCCTG N9831 (Alliance) and NRG Oncology/NSABP B-31. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Oktober 2019, DOI: 10.1200/JCO.19.00443

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 24.01.2020 15:52