Hepatitis C ein Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs?

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Ein Zusammenhang von Hepatitis C und Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigt sich, ist allerdings in manchen Studien schwächer als in anderen.

Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Alkohol, Diabetes mellitus und Rauchen gelten als die klassischen Risikofaktoren für die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Doch womöglich gibt es noch einen weiteren begünstigenden Faktor, der vom Leberkrebs bekannt ist: die Infektion mit Hepatitis C. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher bewerteten in einer Meta-Analyse die Daten von insgesamt 16 Studien, die sich mit dem Thema beschäftigt hatten, davon acht Kohortenstudien und acht Fall-Kontrollstudien. Dabei zeigte sich, dass Patienten mit Hepatitis C-Infektion gegenüber Personen ohne Hepatitis C-Infektion ein erhöhtes Risiko hatten, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Dieser Zusammenhang war allerdings in den Studien, in denen die Ergebnisse entsprechend den anderen bekannten Risikofaktoren Diabetes mellitus, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Alkohol und Rauchen angepasst worden waren, schwächer.

Aufgrund dieser Unsicherheit sei es notwendig, künftig vorausplanende Kohortenstudien durchzuführen, um sicher bestimmen zu können, ob Hepatitis C tatsächlich ein nennenswerter Risikofaktor für die Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist oder nicht, so die Interpretation der Studienautoren. 

 

Quelle:

Arafa A et al. Hepatitis C virus infection and risk of pancreatic cancer: A meta-analysis. Cancer Epidemiology 2020, 65:101691. https://doi.org/10.1016/j.canep.2020.101691

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49