Hepatitis B: Zusammenhang zu Nasenrachenkrebs?

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In einer Fall-Kontrollstudie wurde ein Zusammenhang von Hepatitis B-Infektionen und der Häufigkeit von Nasenrachenkrebs nachgewiesen. 

Hepatitis B-Viren – bekannt vor allem als Auslöser von Leberentzündungen und indirekter Verursacher von Leberkrebs - sind möglicherweise auch an der Entstehung von Nasenrachenkrebs (Nasopharyngealkarzinom) beteiligt. Das geht aus den Ergebnissen chinesischer Wissenschaftler hervor, die kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht wurden.

In der Studie verglichen die Forscher die Häufigkeit von Hepatitis B-Infektionen unter Patienten mit Nasenrachenkrebs und zwei Kontrollgruppen. Die erste Kontrollgruppe bestand aus Personen, die an gutartigen Tumoren im Nasenrachenbereich erkrankt waren, die zweite aus gesunden Personen. 

Die an Krebs erkrankten Patienten hatten signifikant häufiger Antikörper gegen Hepatitis B im Blut als die Kontrollpersonen, die auf eine durchgemachte akute oder noch bestehende chronische Hepatitis B schließen ließen. Die statistische Analyse wies Hepatitis B-Antikörper als einen Risikofaktor für Nasenrachenkrebs aus. Das höchste Risiko bestand bei einer Kombination von Hepatitis B-Antikörpern und Antikörpern gegen Epstein-Barr-Virus, einer anderen Virusart, die als Auslöser von Nasenrachenkrebs gilt.

Infektionen mit Hepatitis B könnten womöglich eine Rolle bei der Entstehung von Nasenrachenkrebs spielen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Ye, Y.-F. et al.: Hepatitis B Virus Infection and Risk of Nasopharyngeal Carcinoma in Southern China. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 12. September 2015, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-15-0344

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.09.2017 14:22