Heller Hautkrebs: Zusammenwirken von Sonnenlicht und HPV-Infektion

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Humane Papillomviren spielen offenbar bei der Entstehung von hellem Hautkrebs eine Rolle. Sie könnten ein Trigger für die Krebsentstehung bei durch UV-Licht ausgelösten Schäden in den Hautzellen sein.

Ein gewichtiger Risikofaktor für die Entstehung von hellem („nicht-melanozytärem“) Hautkrebs wie dem Basaliom (auch Basalzellkarzinom) und Plattenepithelkarzinom (auch Spinaliom) ist das UV-Licht. Doch vermuten Experten seit längerem auch einen Zusammenhang zu Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) – allerdings mit anderen als jenen, die an der Entstehung von zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs und Mundrachenkrebs beteiligt sind und gegen die es bereits eine vorbeugende Impfung gibt. Erkenntnisse einer Studie in der Fachzeitschrift PLoS bestätigen jetzt diese Vermutung.

Die als Risikofaktoren für bösartige Tumoren im Genital- und Mundbereich geltenden HP-Viren gehören zur Gruppe der sogenannten alpha-Papillomviren. Die Ansteckung mit diesen Viren kann durch eine Impfung weitgehend verhindert werden. Bei Hauttumoren hingegen spielen offenbar sogenannte beta- und gamma-Papillomviren eine Rolle. Sie infizieren die oberste Hautschicht, wodurch es zur Bildung gutartiger Warzen kommt. Doch auch bei aktinischer Keratose, einer Vorstufe von hellem Hautkrebs, konnten Infektionen mit diesen Viren bereits nachgewiesen werden. 

In den nun durchgeführten Untersuchungen zeigte sich, dass Mäuse erst dann auf UV-Strahlung mit der Bildung von Plattenepithelkarzinomen der Haut reagierten, wenn sie zuvor mit entsprechenden Papillomviren infiziert worden waren. Offenbar, so die Annahme der Wissenschaftler, führt die Infektion mit HPV zu genetischen Veränderungen in den Tumorzellen, in deren Folge es zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber dem UV-Licht kommt. Die durch das UV-Licht in den Zellen ausgelösten Schäden können dadurch nicht mehr repariert werden, wodurch sich die Zellen bösartig verändern.

Die Ansteckung mit den HP-Viren und damit womöglich auch die Entstehung heller Hauttumoren könnte vermutlich durch die Entwicklung eines entsprechenden Impfstoffes verhindert werden. Dies wäre insbesondere für Menschen mit besonders hohem Risiko für hellen Hautkrebs, etwa nach einer Organtransplantation oder bei geschwächtem Immunsystem interessant.

 

Quelle:

Hasche D et al. The interplay of UV and cutaneous papillomavirus infection in skin cancer development. PLoS Pathog 13(11): e1006723

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2018 16:57