Heller Hautkrebs: Vorbeugung durch Salbe?

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In einer Studie konnten sich Personen mit erhöhtem Risiko für hellen Hautkrebs durch das Auftragen einer Salbe im Gesicht und an den Ohren vor Plattenepithelkarzinomen schützen.

Kann die regelmäßige Anwendung einer Salbe mit 5-Fluorouracil, die zur Behandlung der aktinischen Keratose zugelassen ist, vor der Entstehung von hellem Hautkrebs schützen? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und veröffentlichten jetzt ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

An der Studie nahmen 932 Personen teil, die in den fünf Jahren zuvor schon mindestens zweimal an hellem Hautkrebs, also an einem Plattenepithelkarzinom (auch: Spinaliom) oder einem Basalzellkarzinom (Basaliom) erkrankt gewesen waren, davon mindestens eines im Gesicht. Bei den Teilnehmern handelte es sich um US-Armeeveteranen, fast alles waren Männer, die Hälfte von ihnen war 70 Jahre oder älter. Sie trugen zwei bis vier Wochen lang zweimal täglich eine Salbe auf Gesicht und Ohren auf, die in der einen Gruppe fünfprozentiges 5-Fluorouracil enthielt und in der anderen Gruppe wirkstofffrei (Placebo) war.

299 Teilnehmer erkrankten innerhalb von vier Jahren erneut an einem Basalzellkarzinom, davon 95 noch im ersten Jahr. 108 Teilnehmer entwickelten ein neues Plattenepithelkarzinom, davon 25 im ersten Jahr nach der Behandlung. 

Ein neues Plattenepithelkarzinom trat bei fünf Personen auf, die die Salbe mit 5-Fluorouracil angewendet hatten, und bei 20 Personen aus der Placebogruppe. Dieser Unterschied erwies sich als signifikant, das Risiko für die Krankheit sank damit durch die Anwendung der Salbe um 75 Prozent. Eine Senkung des Risikos für Basalzellkarzinome um elf Prozent im ersten Jahr (zehn Prozent der Patienten in der Fluorouracilgruppe gegenüber elf Prozent in der Placebogruppe) war hingegen statistisch nicht signifikant. Deutlich weniger Patienten mussten sich, wenn ein heller Hauttumor auftrat, einer sogenannten Mohs-Chirurgie unterziehen, bei der die Operationsränder des herauszuschneidenden Hautbereichs fortwährend histopathologisch kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass der Tumor sicher im gesunden Gewebe entfernt wird und keine Krebszellen in der gesunden Haut verbleiben.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, kann durch das Auftragen einer 5-Fluorouracil-haltigen Salbe im Gesicht und an den Ohren bei Personen mit erhöhtem Risiko für hellen Hautkrebs das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom im ersten Jahr nach der Therapie gesenkt werden. Da die Schutzwirkung in der Studie in den folgenden Jahren verschwand, müsste die Behandlung wahrscheinlich regelmäßig wiederholt werden. Das Risiko für Basaliome lasse sich jedoch damit vermutlich nicht senken.

 

Quelle:

Weinstock M A et al. Chemoprevention of Basal and Squamous Cell Carcinoma With a Single Course of Fluorouracil, 5%, Cream A Randomized Clinical Trial. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Januar 2018, doi:10.1001/jamadermatol.2017.3631

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2018 15:07