Heller Hautkrebs: Schon auf die Vorstufen achten

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Wenn in situ Plattenepithelkarzinome entstehen, besteht in der Folge ein erhöhtes Risiko für invasiven Krebs.

Die Häufigkeit von hellem Hautkrebs, zu dem das Plattenepithelkarzinom und das Basalzellkarzinom zählen, nimmt weltweit seit Jahren zu. Wenn schon ein Plattenepithelkarzinom in situ entstanden ist, also ein Tumor, der sich noch auf seinen Ausgangspunkt begrenzt, besteht ein vergleichsweise hohes Risiko für spätere invasive Plattenepithelkarzinome, die sich über ihren Ursprungsort hinaus ausbreiten. Darüber berichteten Wissenschaftler aus den Niederlanden in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

Die Forscher werteten die Daten von 88.754 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom in situ der Haut aus. Sie stützten sich dabei auf Krebsregisterdaten, die zwischen 1989 und 2019 erfasst worden waren. Verschiedene potenzielle Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Körpermaße wurden berücksichtigt. Bei den Patienten handelte es sich in der Mehrheit (rund 59 Prozent) um Frauen.

Im Laufe des Untersuchungszeitraums nahm die Häufigkeit an Plattenepithelkarzinomen in situ der Haut zu. Die höchsten Zahlen wurden im Jahr 2017 für Frauen generell (71,7 Fälle pro 100.000 Personenjahre) und für Männer ab 80 Jahren (540,9 Fälle pro 100.000 Personenjahre) registriert. Bei Frauen war am häufigsten das Gesicht betroffen, bei Männern die Kopfhaut oder der Nacken.

In dem Register wurden auch die Krankheitsverläufe festgehalten. Nach fünfjähriger Beobachtungszeit war sowohl bei Frauen als auch bei Männern ein erhöhtes Risiko zu erkennen, ein invasives Plattenepithelkarzinom der Haut entwickelt zu haben. Bei Frauen war das Risiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung um das Siebenfache, bei Männern um das Zwölffache erhöht. Dabei konnte es sich um einen völlig neuen Tumor handeln, der sich an einer anderen Stelle als das erste registrierte Plattenepithelkarzinom in situ befand. Am höchsten war das Risiko im ersten Beobachtungsjahr.

Die Studienautoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass Vorstufen bzw. frühe helle Tumoren in situ der Haut stärkere Beachtung finden müssten. Aus deren Vorkommen lasse sich ein erhöhtes Risiko für späteren invasiven Krebs ablesen, weshalb eine Aufklärung der Patienten und vorbeugende Maßnahmen, insbesondere auch Schutz vor der Sonne, nötig seien.

 

Quelle:

Tokez S et al. Assessment of Cutaneous Squamous Cell Carcinoma (cSCC) In situ Incidence and the Risk of Developing Invasive cSCC in Patients With Prior cSCC In situ vs the General Population in the Netherlands, 1989-2017. JAMA Dermatology 2020;156(9):973-81

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41