Heller Hautkrebs: Risikofaktoren für Lymphknotenbefall

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Wissenschaftler identifizierten einen Risikofaktor für eine Ausbreitung von Plattenepithelkarzinomen der Haut in die Lymphknoten.

Krebszellen können den sogenannten programmierten Zelltod-Liganden PD-L1 bilden, der sich an PD-1 auf der Oberfläche von T-Zellen des Immunsystems bindet und dadurch eine Immunantwort gegen die bösartigen Zellen unterdrückt. Bislang gab es nur wenige Erkenntnisse darüber, ob dies auch bei Plattenepithelkarzinomen der Haut, die zum hellen Hautkrebs zählen, eine Rolle spielt. Einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology zufolge, führt eine verstärkte Ausprägung von PD-L1 durch die Tumorzellen zu einem aggressiveren Wachstum.

Die Forscher untersuchten die PD-L1-Ausprägung anhand von Gewebeproben aus Plattenepithelkarzinomen der Haut aus dem Kopf-Halsbereich von 100 Patienten. Wenn mindestens ein Viertel der Krebszellen innerhalb der untersuchten Gewebeprobe PD-L1 ausprägten, galt der Tumor als PD-L1-positiv. Eine verstärkte Bildung von PD-L1 war mit einem signifikant erhöhten Risiko für Lymphknotenmetastasen verbunden – nach Anpassung verschiedener Faktoren ergab sich eine Risikosteigerung um das Sechseinhalbfache. 

Da es sich um eine rückblickende Analyse handelte, sei die Aussagekraft der Studie eingeschränkt, so eine kritische Anmerkung der Studienautoren. Dennoch weise alles daraufhin, dass eine verstärkte Ausprägung von PD-L1 durch die Krebszellen das Risiko für eine Ausbreitung des Tumors in die Lymphknoten erhöhe und damit einen schwierigeren Krankheitsverlauf begünstige.

 

Quelle:

García-Pedrero, J. M. et al.: Tumor programmed cell death ligand 1 expression correlates with nodal metastasis in patients with cutaneous squamous cell carcinoma of the head and neck. Journal of the American Academy of Dermatology 2017, 77(3):527-533

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20