Heller Hautkrebs nach Organtransplantation

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Die Tumoren breiten sich oft aggressiver in das umgebende Gewebe aus.

Nach einer Organtransplantation haben die Betroffenen ein erhöhtes Risiko, an aggressiven Formen von nicht-melanozytärem, sogenanntem hellen Hautkrebs zu erkranken. Zurückführen lässt sich dies vermutlich auf die das Immunsystem einschränkende Therapie, die nach der Transplantation zur Vermeidung einer Abstoßung des Organs durchgeführt werden muss. Wissenschaftler berichteten darüber in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

In der Studie wurden rückblickend die Daten von fast 3.000 Patienten ausgewertet, die an hellem Hautkrebs erkrankt waren – bei rund 800 von ihnen handelte es sich um einen Tumor, der aggressiv in das umgebende Gewebe eingewachsen war. Das Risiko für einen solchen Tumor war für Patienten, die ein eingeschränktes Immunsystem hatten, fast zweimal größer als für Patienten mit gut funktionierendem Immunsystem. Allerdings spielte es eine Rolle, in welcher Form die Funktionsfähigkeit des Immunsystems beeinträchtigt war: Eine HIV-Infektion beispielsweise wirkte sich nicht aus, eine Organtransplantation und eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Leukämien, multiples Myelom) hingegen schon. So war das Risiko für einen aggressiven hellen Hauttumor nach einer Organtransplantation fast dreifach erhöht. Weitere Risikofaktoren waren ein höheres Lebensalter und eine Tumorlokalisation im Gesicht (vor allem Augenbrauen, Lippen, Nase).

Bei der Therapieplanung sollten die Risikofaktoren für aggressiv ausgedehnten hellen Hautkrebs berücksichtigt werden, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Song, S. S. et al.: Nonmelanoma Skin Cancer With Aggressive Subclinical Extension in Immunosuppressed Patients. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. März 2016, doi:10.1001/jamadermatol.2016.0192

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19