Heller Hautkrebs: Lymphknotenbefall möglich

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Plattenepithelkarzinome der Haut im Kopf-Halsbereich können sich in die Lymphknoten ausbreiten. Die Überlebensaussichten werden dadurch spürbar schlechter.

Plattenepithelkarzinome der Haut, die zum nicht-melanozytären („hellen“) Hautkrebs gezählt werden, neigen sehr viel weniger als schwarzer Hautkrebs dazu, sich in Lymphknoten und andere Organe auszubreiten. Doch es kommt vor. Wissenschaftler beschäftigten sich in einer aktuellen Studie mit den Risikofaktoren, die eine solche Ausbreitung im Kopf-Halsbereich begünstigen, und berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher analysierten rückblickend die Daten von 336 Patienten mit insgesamt 545 Plattenepithelkarzinomen der Haut. Alle Tumoren befanden sich im Kopf-Halsbereich. Die Beobachtungszeit betrug bei der Hälfte der Patienten 43 Monate und mehr. Bei rund 16 Prozent der Patienten kam es in dieser Zeit zu einem Lymphknotenbefall. Als Risikofaktoren kristallisierten sich Tumoren am Ohr, ein Tumordurchmesser von mehr als fünf Zentimetern, mittlere bis schlechte Differenzierung der Krebszellen und eine Tumordicke von mehr als 2 Millimetern heraus. Bei den Patienten, bei denen sich der Tumor in die Lymphknoten ausgebreitet hatte, war die Prognose ungünstiger als bei diejenigen ohne Lymphknotenmetastasen: Sowohl das krankheitsspezifische Überleben als auch das Gesamtüberleben waren kürzer.

Auch wenn die Aussagekraft einer rückblickenden Datenanalyse begrenzt ist: Plattenepithelkarzinome der Haut, die im Kopf-Halsbereich auftreten, breiten sich offenbar gar nicht selten in die Lymphknoten aus, wodurch sich die Überlebensaussichten verschlechtern – so das Fazit der Studienautoren. Eine frühzeitige Erkennung der Tumoren kann für die Patienten deshalb von Vorteil sein.

 

Quelle:

Haisma, M. S. et al.: Multivariate analysis of potential risk factors for lymph node metastasis in patients with cutaneous squamous cell carcinoma of the head and neck. Journal of the American Academy of Dermatology 2016, 75(4):722-730

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59