Heller Hautkrebs: Auch bei alten Patienten kann sich die Operation auszahlen

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In einer rückblickenden Studie stieg bei operierten alten Patienten mit nicht-melanozytärem Hautkrebs die Lebenserwartung.

Auch alte Patienten können mit einer verlängerten Lebenszeit profitieren, wenn ihnen ein sogenannter „heller“ Hauttumor, etwa ein Plattenepithelkarzinom, Basalzellkarzinom oder Merkelzellkarzinom, operativ entfernt wird. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology hervor.

Eine Operation kann bei hellem Hautkrebs mitunter ein größerer Eingriff sein, insbesondere dann, wenn es sich um einen großen oder weit in die Tiefe eingewachsenen Tumor handelt. Gegner der Operation bei alten Patienten argumentieren dann gern mit der ohnehin oft nur noch geringen Lebenserwartung der Betroffenen und den Belastungen infolge des invasiven Eingriffs. Nun nahmen Wissenschaftler das Problem genauer unter die Lupe. Sie betrachteten rückblickend die Daten von 488 Patienten ab 85 Jahren, bei denen nicht-melanozytärer, also heller Hautkrebs diagnostiziert worden war. 

Wie sich herausstellte, spielte es für die Lebenserwartung der Patienten in erster Linie eine Rolle, in welch allgemeinem Gesundheitszustand sie sich befanden bzw. ob sie an weiteren (schweren) Begleiterkrankungen litten oder nicht. Davon unabhängig allerdings lebten Patienten, die sich wegen des Hauttumors einer Operation unterzogen hatten, deutlich länger als diejenigen, die nicht operiert worden waren.

Offenbar reiche es nicht aus, das Lebensalter und Begleiterkrankungen als alleinige Kriterien zur Entscheidung, ob ein alter Mensch bei hellem Hautkrebs operiert werden sollte oder nicht, heranzuziehen, so die Einschätzung der Studienautoren.

 

Quelle:

Rogers E M et al. Comorbidity scores associated with limited life expectancy in the very elderly with nonmelanoma skin cancer. Journal oft the American Academy of Dermatology 2018, 78(6):1119-24

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.05.2018 21:36