Helicobacter pylori und Darmkrebs?

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In einer Studie deutet sich an, dass die Infektion mit Helicobacter pylori die Entstehung von Darmkrebs begünstigt.

Infektionen mit Helicobacter pylori sind ein Risikofaktor für Magenkrebs. Womöglich begünstigen sie aber auch die Entstehung von Darmkrebs, wie Wissenschaftler jetzt aus einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention berichteten.

In der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie wurden Blutproben von 485 Darmkrebspatienten und 485 nicht an Darmkrebs erkrankten Kontrollpersonen miteinander verglichen. Bei 51 Prozent der Darmkrebspatienten fanden sich Anzeichen für eine durchgemachte oder aktive Infektion mit Helicobacter pylori im Blut, bei den Kontrollpersonen betraf dies nur 44 Prozent. Daraus ergab sich ein leicht erhöhtes Darmkrebsrisiko, wenn eine Infektion mit Helicobacter pylori vorlag.

Nun müsse weiter eruiert werden, in welcher Weise die Bakterien womöglich die Entstehung von Darmkrebs vorantreiben. Außerdem, so die Studienautoren, sei zu untersuchen, ob eine radikale Bekämpfung der Infektion mit Helicobacter pylori nicht nur das Risiko für Magenkrebs, sondern auch das Risiko für Darmkrebs senken könne.

 

Quelle:

Butt J et al. Antibody responses to Helicobacter pylori and risk of developing colorectal cancer in a European cohort. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 24. April 2020, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-19-1545

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24