Hautuntersuchung: Selbst sind Frau und Mann

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Melanompatienten, die ein erhöhtes Risiko für einen zweiten solchen Tumor haben, können darauf trainiert werden, ihre Haut regelmäßig selbst zu inspizieren und verdächtige Bereiche zu erkennen.

Nach einer Erkrankung an schwarzem Hautkrebs besteht ein erhöhtes Risiko, erneut daran zu erkranken. Ein spezielles Trainingsprogramm kann den Betroffenen dabei helfen, neue Tumoren selbst schon frühzeitig zu erkennen, sodass die heilende Operation durchgeführt werden kann. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology erschien.

Erhöhtes Risiko für zweites Melanom

Das Risiko für ein zweites malignes Melanom ist in der Allgemeinbevölkerung zehnfach höher als dasjenige für einen ersten solchen Tumor – und es besteht bis zu 20 Jahre nach der ersten Diagnose. Personen mit erblicher Vorbelastung sind noch stärker gefährdet: Rund 13 Prozent von ihnen entwickeln innerhalb von zwei Jahren nach der ersten Diagnose einen zweiten Hauttumor, ein Fünftel von ihnen innerhalb von fünf Jahren. Es erscheint also sinnvoll, selbst regelmäßig die Haut zu inspizieren, um sich entwickelnde Tumoren frühzeitig zu bemerken.

30-minütige Anleitung zur Selbstuntersuchung

In einer Studie wurden Patienten mit einem ersten Melanom im Stadium 0 bis IIB und ihre Lebenspartner in einem 30-minütigen Programm darauf trainiert, welche Hauterscheinungen verdächtig sind. Es wurde ihnen empfohlen, die Selbstuntersuchung der Haut einmal im Monat durchzuführen. In den folgenden beiden Jahren stellten sich die Teilnehmer alle vier Monate bei ihrem Arzt vor. Die Melanompatienten waren im Durchschnitt 55 Jahre alt, es gab etwas mehr Frauen als Männer. 

Mehr Melanome entdeckt

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne vorheriges Training kontrollierten die trainierten Patienten und ihre Lebenspartner die Haut häufiger. Auch konnten sie Melanome häufiger selbst erkennen, ohne dass sich die Zahl ihrer Arztbesuche erhöhte. Insgesamt trat bei rund 13 Prozent aller Studienteilnehmer ein neues Melanom auf.

Fazit: Trainingsprogramm schult

Die Studie zeige, so die Autoren, dass eine vergleichsweise kurze Anleitung zur Selbstkontrolle der Haut die Patienten befähigen könne, neu entstehende Melanome schon frühzeitig zu erkennen. Dies könne die Erfolgsaussichten der einzuleitenden Therapie vermutlich steigern.

 

Quelle:

Robinson, J. K. et al.: Early Detection of NewMelanomas by Patients With Melanoma and Their Partners Using a Structured Skin Self-examination Skills Training Intervention. A Randomized Clinical Trial. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Juni 2016, doi:10.1001/jamadermatol.2016.1985

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.06.2017 17:24