Hautkrebsscreening senkt die Sterblichkeit an schwarzem Hautkrebs

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Laut einer Untersuchung könnte das Hautkrebsscreening die Sterblichkeit am malignen Melanom senken. Ergebnisse zur Langzeitwirkung stehen allerdings noch aus.

Seit 2008 können Erwachsene alle zwei Jahre ihre Haut beim Hautarzt oder speziell geschulten Hausarzt vorsorglich auf Hautkrebs untersuchen lassen. Nun zeigte sich in einer Untersuchung, dass dieses Hautkrebsscreening tatsächlich nutzvoll ist und womöglich die Sterblichkeit an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, senken kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift British Journal of Dermatology veröffentlicht.

In der rückblickenden Kohortenstudie mit den Daten von insgesamt 1.431.327 Krankenversicherten aus den Jahren 2010 bis 2016 wurden die Daten von Personen ausgewertet, die an einem malignen Melanom erkrankt waren. Dabei interessierten sich die Forscher für diejenigen Patienten, die am Hautkrebsscreening teilgenommen und in den darauffolgenden zwei Jahren zum ersten Mal die Diagnose malignes Melanom erhalten hatten. Als Vergleichsgruppe dienten Patienten, die ohne vorherige Teilnahme am Hautkrebsscreening am malignen Melanom erkrankt waren.

Die Patienten mit vorherigem Hautkrebsscreening wiesen signifikant bessere Überlebensraten als die Vergleichsgruppe auf. Bei ihnen wurde seltener eine Ausbreitung in die unmittelbare Umgebung und in andere Organe (Metastasen) gefunden, außerdem benötigten sie seltener systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapien und konnten häufiger durch eine Operation geheilt werden.

Damit, so die Studienautoren, habe sich gezeigt, dass infolge des Hautkrebsscreenings die Sterblichkeit am malignen Melanom sinke. Langfristige Effekte des Hautkrebsscreenings konnten allerdings noch nicht ermittelt werden, da die Beobachtungszeit zu kurz sei.

 

Quelle:

Datzmann T et al. Patients benefit from participating in the German skin cancer screening program? A large cohort study based on administrative data. British Journal of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Juli 2021, https://doi.org/10.1111/bjd.20658

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30