Hautkrebs nach Organtransplantation

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Ein häufiges Problem.

Nach einer Herz- oder Lungentransplantation haben die Betroffenen in den Folgejahren ein erhöhtes Risiko, an nicht-melanozytärem Hautkrebs (auch heller oder weißer Hautkrebs genannt) zu erkranken. Darüber berichteten Wissenschaftler aus Australien in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

Die Forscher analysierten rückblickend die Daten von 94 Patienten, darunter rund ein Drittel Frauen, die sich einer Herz- und/oder Lungentransplantation unterziehen mussten. Sie untersuchten, wie häufig die Patienten in den Folgejahren an Hautkrebs erkrankten und welche Faktoren wie Zeitpunkt der Transplantation, Geschlecht, Hauttyp, Sonnenbestrahlung, Raucherstatus oder Hautkrebs in der Vorgeschichte einen Einfluss darauf hatten.

Zum Zeitpunkt der Organtransplantation waren die Patienten 15 bis knapp 70 Jahre alt. 57 Patienten (61 Prozent) erkrankten in den Jahren nach der Transplantation an Hautkrebs, wobei insgesamt 801 Tumoren auftraten. Die Wahrscheinlichkeit, an nicht-melanozytärem Hautkrebs zu erkranken, betrug in den ersten fünf Jahren nach der Herz- und/oder Lungentransplantation 41 Prozent, in den ersten zehn Jahren 67 Prozent. Dabei traten sowohl Basalzellkarzinome als auch Plattenepithelkarzinome auf, die beide zum nicht-melanozytären Hautkrebs zählen.

Patienten, die zum Zeitpunkt der Organtransplantation älter waren, hatten ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs, ebenso wie Patienten, die schon vor der Transplantation einmal an Hautkrebs erkrankt gewesen waren. Hingegen spielten zum Beispiel das Geschlecht oder die Häufigkeit von UV-Bestrahlung keine Rolle.

Die Studie zeige, dass Patienten nach einer Herz- und/oder Lungentransplantation häufig an nicht-melanozytärem Hautkrebs erkranken. Sie sollten sich einem regelmäßigen Hautkrebsscreening unterziehen, damit eventuelle Tumoren rechtzeitig bemerkt und behandelt werden können.

 

Quelle:

De Rosa N et al. Nonmelanoma Skin Cancer Frequency and Risk Factors in Australian Heart and Lung Transplant Recipients. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. März 2019, doi:10.1001/jamadermatol.2018.4789

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 05.12.2019 17:28