Hautkrebs nach Organtransplantation vorbeugen

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Auch wenn die Einnahme vorbeugender Mittel möglich ist, bleiben guter Sonnenschutz und die regelmäßige Untersuchung der Haut die wichtigsten Maßnahmen.

Nach einer Organtransplantation besteht ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs. Es kann, wie die Ergebnisse einer Meta-Analyse in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology zeigen, durch die Einnahme bestimmter Medikamente verringert werden. Dennoch bleiben laut dem Bericht die regelmäßige Untersuchung der Haut durch den Hautarzt und guter Sonnenschutz die Schlüsselmaßnahmen bei der Vorbeugung von Hautkrebs.

Patienten, die eine Organtransplantation hinter sich haben, müssen zeitlebens Medikamente einnehmen, um eine Abstoßung des Organs zu verhindern. Die Wirkstoffe verhindern, dass sich das körpereigene Immunsystem gegen das fremde Organ richtet. Gleichzeitig wird dadurch die normale Abwehr gegen Krankheitserreger und auch gegen Krebszellen geschwächt, weshalb ein erhöhtes Infektionsrisiko, aber auch ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, darunter hellen Hautkrebs, besteht. So zeigte sich in Studien ein 80-fach erhöhtes Risiko für Plattenepithelkarzinome der Haut und ein 16-fach erhöhtes Risiko für Basalzellkarzinome.

In der aktuellen Meta-Analyse wurde untersucht, ob die Vorbeugung dieser Hautkrebserkrankungen mithilfe chemischer Wirkstoffe gelingen kann. Dabei werden beispielsweise Nicotinamide eingesetzt, eine Form von Vitamin B3. In die Analyse konnten sechs klinische Studien mit insgesamt 734 Patienten einbezogen werden. In diesen Studien hatten Patienten nach einer Organtransplantation einen Wirkstoff zur Vorbeugung von hellem Hautkrebs eingenommen, als Kontrollgruppe dienten jeweils Patienten, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhalten hatten.

Beide untersuchten Wirkstoffe erwiesen sich im Vergleich zu Placebo als wirkungsvoll und konnten der Entstehung von hellem Hautkrebs vorbeugen. Doch auch die lokale Anwendung bestimmter Salben zeigte eine vorbeugende Wirkung. Solche lokalen Mittel verursachen weniger Nebenwirkungen als Wirkstoffe, die systemisch, also im ganzen Körper wirken. Und auch wenn die Chemoprävention eine Möglichkeit sei, bleiben nach Ansicht der Studienautoren die regelmäßige Hautuntersuchung durch den Hautarzt und guter Sonnenschutz die wichtigsten Maßnahmen, um nach einer Organtransplantation hellem Hautkrebs vorzubeugen.

 

Quelle:

Tee LY et al. Chemoprevention of keratinocyte carcinoma and actinic keratosis in solid-organ transplant recipients: Systematic review and meta-analyses. Research Letter, Journal of the American Academy of Dermatology, Februar 2021, https://doi.org/10.1016/j.jaad.2020.04.160

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 19.06.2021 08:01