Hautkrebs: Generell erhöhtes Risiko

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Nach einer ersten Hautkrebserkrankung besteht nicht nur ein erhöhtes Risiko für eine erneute Erkrankung am gleichen Hautkrebs, sondern auch für andere Hautkrebsarten. 

Wer bereits einmal an hellem oder schwarzem Hautkrebs erkrankt ist, hat zeitlebens ein erhöhtes Risiko, noch einmal an genau dem gleichen Krebs zu erkranken. Doch gilt dieser schon länger bekannte Zusammenhang nicht nur für die jeweils selbe Hautkrebsart, sondern auch für jeweils alle andere Formen von Hautkrebs, wie Wissenschaftler nun in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology berichteten.

Die Forscher bewerteten die Daten von Patienten mit schwarzem Hautkrebs, dem sogenannten malignen Melanom, und hellem Hautkrebs, zu dem das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom zählen. Die Daten stammten aus zwei niederländischen Krebsregistern aus den Jahren 1989 bis 2009 und umfassten insgesamt rund 165.000 Patienten. 

Nach 21 Jahren hatten von den Männern, die an einem Plattenepithelkarzinom oder Basaliom erkrankt waren, 1,7 bzw. 1,3 Prozent später ein Melanom entwickelt, bei den Frauen waren es 1,3 und 1,2 Prozent. Plattenepithelkarzinome nach Melanom oder Basaliom kamen häufiger vor: 4,6 und 9,3 Prozent bei Männern sowie 2,6 und 4,1 Prozent bei Frauen. Am häufigsten traten Basaliome nach Melanom oder Plattenepithelkarzinom auf: 13,2 und 27,8 Prozent bei Männern und 14,9 und 21,1 Prozent bei Frauen. Das erhöhte Risiko für einen zweiten Hautkrebs anderer Art als die erste Erkrankung war auch 21 Jahre nach der Erstdiagnose noch erhöht.

Offenbar haben Personen, die an Hautkrebs erkranken, generell ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs - unabhängig von der Art des Hauttumors, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Dies lasse sich vermutlich u.a. darauf zurückführen, dass für hellen und schwarzen Hautkrebs gleiche Risikofaktoren bestehen, wie etwa intensive Sonnenstrahlung. Das Wissen um ein generell erhöhtes Hautkrebsrisiko sollte für die Betroffenen Anlass sein, regelmäßig und besonders sorgfältig selbst die Haut zu untersuchen bzw. sie von einem Hautarzt untersuchen zu lassen.

 

Quelle:

van der Leest RJT et al. Risks of different skin tumour combinations after a first melanoma, squamous cell carcinoma and basal cell carcinoma in Dutch population-based cohorts: 1989–2009. Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Oktober 2017, DOI: 10.1111/jdv.14587

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14