Harnwegserkrankungen nach Krebs im Kindesalter

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Vor allem nach Tumoren im Bauchbereich ist das Risiko für zum Beispiel Harnwegsinfekte oder chronische Nierenerkrankungen erhöht.

Überlebende einer Krebserkrankung im Kindesalter haben langfristig ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Harnwege. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie aus Skandinavien in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

In die Analyse flossen die Daten von 32.519 Personen ein, die eine Krebsdiagnose im Kindesalter (ab dem Jahr 1940) um mindestens ein Jahr überlebten, die Daten von 211.156 Personen der Allgemeinbevölkerung dienten als Kontrollgruppe.

Vor allem Harnwegsinfekte und chronische Nierenerkrankungen

1.645 ehemalige Krebspatienten wurden wegen einer Harnwegserkrankung in die Klinik eingewiesen, das relative Risiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung betrug damit 2,5. Das kumulative Risiko für eine Harnwegserkrankung im Alter von 60 Jahren betrug bei den ehemaligen Krebspatienten 22 Prozent, in der Vergleichsgruppe 10 Prozent. Besonders erhöht war das Risiko für Harnwegsinfektionen und chronische Nierenerkrankungen. Am häufigsten betroffen waren Überlebende eines Neuroblastoms sowie Personen, die an Leber- oder Nierentumoren erkrankt waren.

Lebenslang erhöhtes Risiko

Nach einer Krebserkrankung im Kindesalter besteht lebenslang ein erhöhtes Risiko für Harnwegserkrankungen. Insbesondere Überlebende einer Krebserkrankung im Bauchbereich sind betroffen.

 

Quelle:

Bonnesen, T. G. et al.: Long-term risk of renal and urinary tract diseases in childhood cancer survivors: A population-based cohort study. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 18. Juni 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2016.05.006

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Themen:

    Zurück

    Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18