Harnblasenkrebs: Intensive lokale Therapie kann sich lohnen

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Eine hoch-intensive lokale Therapie kann bei metastasiertem Harnblasenkrebs womöglich Überlebensvorteile bringen.

Bei Harnblasenkrebs, der bereits in andere Organe gestreut hat (Metastasierung), kann den Patienten eine aggressive lokale Therapie Überlebensvorteile bringen. Das zeigen die Daten einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde.

In der Studie mit den Daten von 3.753 Patienten definierten die Forscher eine hoch-intensive lokale Therapie als radikale operative Entfernung der Harnblase oder eine Strahlentherapie mit einer Dosis von mehr als 50 Gy. Die Patienten hatten wegen eines metastasierten Urothelzellkarzinoms der Harnblase eine systemische Chemotherapie mit mehreren Wirkstoffen kombiniert mit einer hoch-intensiven oder sogenannten konservativen lokalen Therapie erhalten. In die Gruppe der mit konservativer lokaler Therapie Behandelten wurden die Patienten eingestuft, denen der Tumor mit Erhalt der Harnblase operiert wurde (transurethrale Operation des Tumors), die eine Strahlentherapie mit weniger als 50 Gy oder gar keine lokale Therapie erhielten.

Knapp acht Prozent der Patienten erhielten eine hoch-intensive lokale Therapie, die übrigen 92 Prozent nicht. Die Hälfte der Patienten war in der Gruppe mit hoch-intensiver Therapie knapp 15 Monate nach der Diagnose noch am Leben, in der Gruppe mit konservativer lokaler Therapie war dies bei rund zehn Monaten der Fall, der Unterschied war signifikant. Die Analyse zeigte, dass eine hoch-intensive lokale Therapie mit einem signifikant besseren Gesamtüberleben verbunden ist.

Auch wenn die Ergebnisse aufgrund des Studiendesigns vorsichtig interpretiert werden müssten, zeige sich nach Ansicht der Studienautoren doch ein Vorteil für Patienten, die wegen eines metastasierten Urothelzellkarzinoms der Harnblase mit einer hoch-intensiven lokalen Therapie behandelt werden. In randomisierten kontrollierten Studien müsse dem nachgegangen werden, zumal die Prognose bei metastasiertem Harnblasenkrebs insgesamt eher ungünstig sei.

 

Quelle:

Seisen, T. et al.: Efficacy of High-Intensity Local Treatment for Metastatic Urothelial Carcinoma of the Bladder: A Propensity Score–Weighted Analysis From the National Cancer Data Base. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Juni 2016; doi: 10.1200/JCO.2016.66.7352

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05