Häufigkeitsanstieg bei schwarzem Hautkrebs offenbar „real“

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Nicht nur die verbesserte Diagnostik lässt mehr maligne Melanome erkennen – die Krankheit wird wohl tatsächlich häufiger

Die Häufigkeit von schwarzem Hautkrebs nimmt, wie seit Jahren zu beobachten ist, zu. Bislang unklar war jedoch, ob es sich dabei tatsächlich um eine „reale“ Zunahme der Krankheit handelt oder ob die steigenden Erkrankungszahlen nicht vielmehr der verbesserten Diagnostik zuzuschreiben sind. In einer Studie in den USA versuchten Wissenschaftler eine Antwort auf diese Frage zu finden. Sie berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

Die Forscher werteten die Daten eines großen Registers aus, in dem Erkrankungen und Todesfälle an malignem Melanom zwischen 1989 und 2009 erfasst worden waren. Insgesamt wurden fast 99.000 Fälle von invasivem Melanom registriert.

Verglichen mit dem Beginn der 1990er Jahre nahm die Häufigkeit nach 2000 zu. Gleichzeitig blieb die Todesrate stabil, das Fünf-Jahresüberleben stieg. Der Anstieg der Krankheitshäufigkeit war für alle Tumordicken zu beobachten. Bei Tumoren im Frühstadium (T1/T2) nahm die bei der Diagnose gemessene durchschnittliche Tumordicke ab. Hingegen nahm sie bei Tumoren in späteren Stadien (T3/T4) und bei nodulären Melanomen zu. Das Melanom-bezogene Überleben verbesserte sich in dem untersuchten Zeitraum alle drei Jahre. Dies traf allerdings für einige Subgruppen von Patienten sowie für noduläre Melanome und Melanome vom akral-lentiginösen Typ nicht zu.

Das Ansteigen der Häufigkeit bei allen Tumordicken und die Tatsache, dass T3/T4-Tumoren zunehmend dicker werden, lasse nach Ansicht der Studienautoren darauf schließen, dass es sich um eine reale Häufigkeitszunahme bei schwarzem Hautkrebs handele. Bis auf einige Ausnahmen habe sich das Überleben bei der Krankheit unabhängig von der Tumordicke verbessert.

 

Quelle:

Shaikh, W. R. et al.: Melanoma Thickness and Survival Trends in the United States, 1989 to 2009. JNCI Journal of the National Cancer Institute 2016, 108(1):djv294, doi: 10.1093/jnci/djv294

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35