Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs

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Die Diagnose Schilddrüsenkrebs wird immer häufiger gestellt. Dies geht offenbar sowohl auf eine verbesserte Diagnostik zurück als auch auf eine tatsächliche Zunahme der Krankheit.

Weltweit werden immer mehr Fälle von Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Doch handelt es sich dabei vermutlich nicht überall um einen realen Anstieg der Häufigkeit. Demnach werden durch die verbesserte Diagnostik immer kleinere Schilddrüsentumoren gefunden – lange, bevor sie die ersten Symptome verursachen. Das geht aus einer Studie in der Fachzeitschrift Thyroid hervor.

In die umfassende Analyse wurden die Daten von 60 Studien einbezogen, davon 31 aus Europa, 13 aus Nordamerika, neun aus Asien, vier aus Ozeanien und 3 aus Südamerika. In 53 dieser Studien wurde über einen Anstieg der Schilddrüsenkrebsfälle berichtet. Der höchste Anstieg war demnach in Südkorea zu verzeichnen, wo die Häufigkeit um das Zehnfache zugenommen hatte. In sechs Studien hatte sich die Krankheitsrate stabil gezeigt, und in einer Studie war sie sogar zurückgegangen. Die stärksten Zuwächse waren beim sogenannten papillären Schilddrüsenkrebs festzustellen. Häufigster Auslöser waren vermutlich ionisierende Strahlung und Jodmangel.

In einigen Studien ergab sich, dass vor allem die Häufigkeit sehr kleiner Tumoren zugenommen hatte. Dies sei, so die Studienautoren, sehr wahrscheinlich den verbesserten Diagnostikmethoden zuzuschreiben. Jedoch ging in manchen Regionen auch die Diagnosehäufigkeit großer Tumoren nicht zurück, was wiederum für einen realen Anstieg der Krankheitshäufigkeit spricht.

 

Quelle:

Friese, C. R. et al.: Chemotherapy decisions and patient experience with the recurrence score assay for early-stage breast cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Oktober 2016, DOI: 10.1002/cncr.30324

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.06.2017 17:13