Häufigkeit von Nierenkrebs nimmt unter jüngeren Patienten zu

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Der Anstieg geht vor allem auf die Frühformen zurück. Allerdings bleibt es unter Jüngeren eine seltene Erkrankung.

Nierenkrebs tritt bei jüngeren Menschen nur selten auf. Doch stellten Forscher in einer Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology erschienen, einen Anstieg der Erkrankungsfälle fest, der sich nicht allein durch sogenannte Überdiagnosen erklären lässt.

Die Forscher werteten die Daten aus der Surveillance, Epidemiology, and End Results Datenbank zwischen 2000 und 2016 aus. Sie ermittelten unter Patienten im Alter von 20 bis 39 Jahren 7.767 neue Fälle von Nierenkrebs. Die altersangepassten Häufigkeitsraten waren bei Männern höher als bei Frauen. Bei beiden Geschlechtern nahmen sie signifikant zu, bei Frauen betrug die jährliche durchschnittliche Zunahme 4,7 Prozent, bei Männern 5 Prozent. 

Dabei gab es Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen und auch zwischen Tumorstadien. So war der höchste Anstieg bei Tumoren im frühen Stadium zu beobachten. Aber auch Tumoren mit regionaler Ausbreitung oder Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen wurden unter Jungen häufiger diagnostiziert.

Offenbar nehme die Häufigkeit von Nierenkrebs unter jüngeren Menschen zu, so die Interpretation der Studienautoren. Der Anstieg bei Tumoren im Frühstadium könne womöglich mit einer Überdiagnostizierung bei eigentlich harmlosen Veränderungen erklärt werden. Da jedoch auch spätere Tumorstadium häufiger auftreten, sei dies mit Sicherheit nicht die einzige Erklärung.

 

Quelle:

Palumbo C et al. Renal cell carcinoma incidence rates and trends in young adults aged 20-39 years. Cancer Epidemiology 2020, 67:101762

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 30.09.2020 21:24