Häufigkeit von Mundrachenkrebs nimmt bei älteren Menschen zu

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Die Ursache sind Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV), wie US-amerikanische Wissenschaftler berichten.

Mundrachenkrebs kommt bei älteren Menschen jenseits des 65. Lebensjahres immer häufiger vor, was offenbar in erster Linie auf Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) zurückgeht. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie aus den USA, die kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurde. 

Obwohl der Tabakkonsum – ein gewichtiger Risikofaktor für Mundrachenkrebs – in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist, nehmen die Erkrankungszahlen zu. Die Forscher werteten die Daten der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) Datenbank aus den Jahren 2000 bis 2012 aus und ermittelten 40.264 Patienten, bei denen in diesem Zeitraum ein Plattenepithelkarzinom des Mundrachens diagnostiziert worden war. Ein Drittel von ihnen war 65 Jahre oder älter, 80 Prozent waren Männer.

Anstieg trotz Rückgang des Rauchens

Sowohl bei jüngeren Menschen zwischen 45 und 64 Jahren als auch bei älteren ab 65 Jahren war ein Anstieg der Mundrachenkrebsrate zu beobachten – jährlich um den Faktor 2,3 bzw. 2,9. Dabei handelte es sich vor allem um eine Zunahme von Zungengrund- und Mandeltumoren bei Männern. Gleichzeitig ging bei den älteren Patienten die Zahl der Tabak-bedingten Kopf-Halstumoren zurück, während die Häufigkeit von Analkrebs zunahm, der wie Kopf-Halstumoren auch durch humane Papillomviren hervorgerufen werden kann.

Ältere Patienten mit ungünstigeren Überlebensaussichten

Die Überlebensaussichten der Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des Mundrachens verbesserten sich. Jedoch hatten die älteren Patienten im Vergleich zu den jüngeren deutlich schlechtere Überlebenschancen. 

HPV als Ursache für den Anstieg

Die Studie zeige, so die Autoren, dass der Anstieg der Häufigkeit von Mundrachenkrebs bei älteren Patienten in den USA in erster Linie auf HPV-Infektionen zurückgehe. Auch in Deutschland ist – hier allerdings bei gleichbleibenden Raucherzahlen – ein Anstieg der HPV-bedingten Krankheitsfälle zu beobachten (European Journal of Cancer 2015, 51:514-21).

 

Quelle:

Zumsteg, Z. S. et al.: Incidence of Oropharyngeal Cancer Among Elderly Patients in the United States. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Juli 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2016.1804

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.05.2017 15:46