Häufigkeit von Gallengangskrebs in- und außerhalb der Leber nimmt weltweit zu

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Als Ursachen werden Stoffwechselstörungen und Infektionen vermutet.

Die Häufigkeit von Karzinomen der Gallenwege in- und außerhalb der Leber ist in vielen Ländern weltweit gestiegen. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer.

Die Forscher analysierten Daten für Gallengangskrebs aus regionalen und nationalen Krebsregistern in insgesamt 38 Ländern von 1993 bis 2012. Die höchsten Erkrankungsraten ergaben sich dabei für Asien, insbesondere für Südkorea, Thailand und Japan. In den meisten untersuchten Ländern stiegen die Erkrankungsraten im Untersuchungszeitraum an, wobei der stärkste Anstieg bei Gallenwegskarzinomen in der Leber in Lettland und China sowie bei Gallengangskarzinomen außerhalb der Leber in Thailand und Kolumbien festzustellen war.

Die Forscher nehmen an, dass die Ursachen für den weltweit zu beobachtenden Anstieg der Erkrankungsfälle in Stoffwechselstörungen und Infektionen zu suchen sind. Die Auslöser von Gallengangskarzinomen sind bislang nicht eindeutig bekannt. Als wichtige Risikofaktoren sind ein höheres Lebensalter, starkes Übergewicht und eine Entzündung der Gallenwege (primäre sklerosierende Cholangitis) nachgewiesen. Aber auch angeborene Anomalien der Gallenwege, Gallengangssteine in der Leber, Zysten, Diabetes mellitus, Hepatitis-B- und -C-Virusinfektionen, Lebererkrankungen infolge hohen Alkoholkonsums, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Rauchen gelten als Risikofaktoren.

 

Quellen:

Florio AA et al. Global incidence of and trends in intrahepatic and extrahepatic cholangiocarcinoma from 1993 to 2012. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 4. März 2020, https://doi.org/10.1002/cncr.32803

Krebs in Deutschland für 2015/2016. 12. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2019

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49