Häufige Nebenwirkung: Hautreaktionen

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Hautreaktionen sind eine häufige Nebenwirkung der neuartigen Krebstherapien. Sie sind teilweise sogar „erwünscht“, doch für die Patienten stellen sie oft eine große Belastung dar. Vorbeugende und therapeutische Maßnahmen können helfen, sie zu lindern.

Neue Krebstherapien wie die Immuntherapie oder zielgerichtete Therapien, die bei zahlreichen Krebsarten erheblich bessere Überlebensaussichten bewirken, verursachen häufig Hautreaktionen. Für die Betroffenen stellen sie oft eine große Belastung dar. Um die Beschwerden zu mildern, die Lebensqualität zu verbessern und Therapieabbrüche zu vermeiden, sollten frühzeitig geeignete Maßnahmen zum Schutz der Haut ergriffen werden, wofür die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ eine Reihe von Empfehlungen bereithält.

Akneähnlicher Hautausschlag: Rash

Die häufigste Nebenwirkung beispielsweise einer gegen den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor EGFR/HER1/ErbB1-gerichteten Krebstherapie, etwa durch die monoklonalen Antikörper Cetuximab und Panitumumab sowie die Tyrosinkinasehemmer Afatinib, Erlotinib, Gefitinib, Lapatinib und Vandetanib, ist ein akneähnlicher Hautausschlag, Rash genannt. Teilweise ist dieser Ausschlag sogar „erwünscht“, weil er ein gutes Ansprechen des Tumors und damit eine bessere Prognose anzeigt. Doch viele Patienten empfinden den Hautausschlag als äußerst belastend, weil er meist an sichtbaren Körperstellen im Gesicht und im Dekolleté beginnt und sich von dort auf den Körperstamm bis zur Gürtellinie ausbreitet. Bei zehn bis zwanzig Prozent der Patienten kann sogar der gesamte Körper betroffen sein. In der Regel heilt Rash innerhalb von vier bis sechs Wochen nach dem Absetzen der Therapie vollständig aus, ohne Narben zu hinterlassen.

Um das Exanthem zu vermeiden bzw. wenigstens den Grad seiner Ausprägung einzudämmen, können Basismaßnahmen ergriffen werden, wie etwa die Haut gut vor UV-Strahlung zu schützen und mindestens zweimal am Tag eine 5- bis 10-prozentige Harnstoffsalbe auf die Haut aufzutragen. Zudem kann eine Antibiotikatherapie mit einem Tetrazyklin vorbeugend bzw. lindernd wirken.

Hand-Fußsyndrom

Eine weitere häufige Nebenwirkung ist das sogenannte Hand-Fußsyndrom, bei dem es zu schmerzhaften Rötungen an Händen und Füßen kommt. Es tritt sowohl bei Chemotherapie z.B. mit Anthrazyklinen und Taxanen als auch bei zielgerichteten Therapien etwa mit den Multikinasehemmern Sorafenib und Sunitinib oder den BRAF-Blockern Vemurafenib und Dabrafenib auf und bricht meist in den ersten Therapiewochen aus. Auch hierfür können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, etwa indem mechanische Belastung der Haut (enganliegende drückende oder reibende Kleidung, Hitze) vermieden wird, Kosmetika nur sparsam angewendet werden und die Haut mindestens zweimal am Tag mit 5- bis 10-prozentiger Harnstoffsalbe eingecremt wird. Auch eine Therapie mit topischen Glukokortikoiden ist möglich. 

 

Quellen:

Potthoff K & Kähler K C. S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“. Tumortherapie-induzierte Hauttoxizität. Im Focus Onkologie 2017, 20(11):39-42

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen - Langversion 1.1, 2017, AWMF Registernummer: 032/054OL, http://leitlinienprogramm- onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19