Haarbefall beim Plattenepithelkarzinom der Haut

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Plattenepithelkarzinome auf behaarter Haut greifen auch die Haarfollikel an. Jedoch dringen sie dabei nur selten bis in die tieferen Schichten vor.

Beim Plattenepithelkarzinom der Haut, das zum „hellen“, nicht-melanozytären Hautkrebs gehört, können die Krebszellen, auch wenn es sich noch um ein in-situ-Karzinom handelt, die Haarfollikel befallen. Hierbei dringen sie allerdings offenbar selten in tiefere Schichten vor, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology berichteten.

Plattenepithelkarzinome der Haut entwickeln sich zunächst in der obersten Hautschicht, der sogenannten Epidermis. In diesem Stadium werden sie als „in-situ-Karzinome“ bezeichnet. Erst wenn sich die Tumoren auch in die darunterliegende Hautschicht, die Dermis, ausbreiten, werden sie invasiv. In der aktuellen Studie wollten Wissenschaftler untersuchen, wie tief die Tumoren, wenn sie auf behaarter Haut entstehen, in die Haarfollikel eindringen. Hintergrund war die Vermutung, dass ein Therapieversagen mit einem Befall tieferer Follikelschichten zusammenhängen könnte.

Die Forscher begutachteten unterschiedliche Tumorgewebeproben von insgesamt 54 Patienten. In zwei Patientengruppen fanden sie bei 61 bzw. 88 Prozent der Fälle einen oberflächlichen Befall der Haarfollikel. In den tieferen Schichten der Haarfollikel fanden sich nur in acht bzw. 13 Prozent Tumorzellen. Meist endete der Follikelbefall, wenn die unterste Grenze der den Haarfollikel umgebenden Epidermis erreicht war. Die größte beobachtete Eindringtiefe in einen Haarfollikel betrug 0,82 mm.

Da die Studie nur an einer einzigen Klinik durchgeführt wurde, war die Anzahl der einbezogenen Patienten klein, was die Aussagekraft der Studie einschränke, so die Autoren. Dennoch könne anhand der Ergebnisse festgehalten werden, dass in-situ-Plattenepithelkarzinome der Haut offenbar nur selten in die unteren Bereiche von Haarfollikeln eindringen. Dies sei bei der Therapieplanung zu berücksichtigen.

 

Quelle:

Christensen, S. R. et al. Histopathologic assessment of depth of follicular invasion of squamous cell carcinoma (SCC) in situ (SCCis): Implications for treatment approach. Journal of the American Academy of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Dezember 2015; DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jaad.2015.09.060

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35