Haarausfall bei Brustkrebs-Chemotherapie vorbeugen

Nachricht vom 21.05.2022

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Eine Kühlung der Kopfhaut kann in manchen Fällen den Haarverlust reduzieren.

Eine für die Betroffenen belastende Nebenwirkung der Chemotherapie bei Brustkrebs ist Haarausfall. Wie sich in einer Studie jetzt bestätigte, kann dem durch eine begleitende Kühlung der Kopfhaut vorgebeugt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift The Breast veröffentlicht.

An der Studie beteiligten sich 128 Brustkrebspatientinnen ab 18 Jahren, die sich neben der Operation unterstützender (adjuvanter, neoadjuvanter oder auch palliativer) Chemotherapie unterziehen mussten. 88 Patientinnen erhielten dafür eine Kopfhautkühlung, die übrigen 40 aus der Kontrollgruppe nicht. Bei den Chemotherapien handelte es sich um mindestens vier Zyklen Taxan- oder Anthrazyklinbasierter Regime. Die Kopfhautkühlung wurde von speziell geschultem Personal durchgeführt. Sie begann jeweils mindestens 30 Minuten vor dem Start der jeweiligen Chemotherapie und umfasste eine Temperatur von 16 bis 20 °C. Die Kühlung wurde jeweils während der gesamten Chemotherapie durchgeführt und 60 bis 90 Minuten nach dem Ende der Chemotherapieinfusion gestoppt.

Deutlich mehr Patientinnen der Kontrollgruppe erlitten starken Haarausfall (mehr als 50 Prozent der ursprünglichen Haarmenge), wobei sich die Selbsteinschätzung der Patientinnen und die Einschätzung durch medizinisches Personal unterschieden. Bei 72 Prozent, also fast drei Viertel der Patientinnen der Kühlungsgruppe konnte ein vollständiger Haarverlust infolge der Chemotherapie verhindert werden. In der Kontrollgruppe hingegen gelang dies bei keiner Patientin. 

Die Kopfhautkühlung erwies sich bei den verschiedenen Therapieregimen als unterschiedlich effizient: Bei einer Therapie mit nur einem Taxan war sie wirksamer als bei einer Therapie mit Anthrazyklin-Taxan-basierten Regimen. Ein großer Teil der Patientinnen führte die Kopfhautkühlung nicht bis zum Ende der Chemotherapiezeit durch – entweder aus logistischen Gründen, weil sie sie nicht vertrugen oder weil es doch zum Haarausfall kam. Auf die Lebensqualität wirkte sich die Maßnahme jedoch offenbar nicht aus.

Die vorbeugende Kopfhautkühlung beeinflusste die Geschwindigkeit, mit der die Haare nach Beendigung der Chemotherapie wieder zurückkamen, nicht – hier gab es zwischen den beiden Gruppen keinen Unterschied. Bestätigt habe sich in dieser Studie, dass durch eine begleitende Kühlung der Kopfhaut einem Haarausfall bei Brustkrebs-Chemotherapie vorgebeugt werden könne, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Brunner C et al. Hair safe study: Effects of scalp cooling on hair preservation and hair regrowth in breast cancer patients receiving chemotherapy - A prospective interventional study. The Breast 2022, 64:50-5

 

(KvK)

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