Haarausfall bei antihormoneller Therapie gegen Brustkrebs

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Vom männlichen Typ. Was dagegen helfen kann...

Bei einer Antihormontherapie gegen Brustkrebs kann es zu Haarausfall kommen. Es handelt sich dabei offenbar um Haarausfall vom männlichen Typ, also androgenetischen Haarausfall, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology beschreiben.

In der Studie wurden rückblickend die Daten von 112 Brustkrebspatientinnen ausgewertet, die sich einer antihormonellen Therapie unterzogen und in deren Folge Haarausfall erlitten hatten. Sie waren 34 bis 90 Jahre alt. 75 (67%) von ihnen hatten Aromatasehemmer wie Letrozol, Anastrozol oder Exemestan eingenommen, 37 (33%) Tamoxifen. Bei 104 Patientinnen war der Haarausfall durch Photos dokumentiert worden, bei rund der Hälfte lagen sogar Ergebnisse einer Trichoskopie, also einer Haaranalyse vor. 

Die Mehrzahl der Patientinnen (92%) litt an Schweregrad 1, also ein leichten Haarausfall. Die Art des Haarausfalls war derjenigen, wie sie bei Männern typischerweise auftritt, ähnlich, d.h. die Haare fielen vor allem im Stirn und Schläfenbereich aus. Die Frauen wiesen einen hohen Anteil an Vellushaaren, also kurzen, dünnen und in der Regel unpigmentierten Haaren („Wolle“) auf. Die übrigen Haarschäfte waren eher dick oder mitteldick. Der Haarverlust – obwohl vom Schweregrad eher gering - bedrückte die Patientinnen und beeinträchtigte ihre Lebensqualität messbar.

46 Patientinnen waren mit Minoxidil behandelt worden, was bei 37 (80%) zu moderaten bis signifikanten Verbesserungen des Haarzustands führte.

Eine antihormonelle Therapie bei Brustkrebs ist offenbar mit einem Haarausfall assoziiert, dessen Muster demjenigen vom androgenetischen, also männlichen Typ gleicht, so die Studienautoren in ihrer Bewertung. Dies sei mit den Wirkmechanismen der antihormonellen Mittel zu erklären, die letztlich zu einem Anstieg von Dihydrotestosteron führen. Die Anwendung von topischem Minoxidil, das sich bereits bei androgenetischem Haarausfall bei Männern bewährt hat, könne einem großen Teil der betroffenen Frauen helfen, den Zustand ihrer Haare wieder zu verbessern.

 

Quelle:

Freites-Martinez A et al. Endocrine Therapy–Induced Alopecia in Patients With Breast Cancer. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 11. April 2018, doi:10.1001/jamadermatol.2018.0454

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.07.2018 23:19