Haarausfall als Nebenwirkung bei zielgerichteten Therapien

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Das Risiko für Haarausfall ist erhöht, jedoch weniger als bei Chemotherapien

Zielgerichtete Therapien, die sich gegen bestimmte molekulare Strukturen von Krebszellen richten und dadurch das Wachstum und die Weiterentwicklung bösartiger Tumoren aufhalten, können auch Nebenwirkungen verursachen. So wird seit längerem vermutet, dass Haarausfall bei solchen Therapien keine Seltenheit ist. Inwiefern dies wirklich zutrifft, wurde in einer Studie untersucht, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Annals of Oncology erschienen.

Zahlreiche zielgerichtete Substanzen gegen molekulare Tumorstrukturen standen auf dem Prüfstein, z.B. Hemmer von BRAF, EGFR, VEGFR, VEGF, mTOR, MEK und HER2. Die Forscher suchten nach Studien, in denen diese Wirkstoffe bei Krebserkrankungen eingesetzt worden waren, und ermittelten, wie häufig Haarausfall als Nebenwirkung registriert worden war. Demnach kam diese Nebenwirkung in knapp 15 Prozent der Fälle vor. Verglichen mit Scheinmedikamenten (Placebo) war das Risiko für alle Grade von Haarausfall, also von leichten bis schweren Formen, erhöht. Im Vergleich zu Chemotherapien hingegen war das Risiko für Haarausfall bei zielgerichteten Therapien deutlich geringer.

Bei zielgerichteten Therapien gegen Krebserkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für Haarausfall als Nebenwirkung, so das Fazit der Studienautoren.

 

Quelle:

Belum, V. R. et al.: Alopecia in patients treated with molecularly targeted anticancer therapies. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. September 2015, doi: 10.1093/annonc/mdv390

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.06.2017 16:10