Gute Zahnhygiene ist gefragt

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Auch Nichtraucher haben offenbar ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn sie an fortgeschrittener Parodontitis erkrankt sind. Kurioserweise erkranken sie dann häufiger an Krebsarten, die oftmals durch das Rauchen ausgelöst werden.

Eine Entzündung des Zahnhalteapparates, eine sogenannte Parodontitis, wirkt sich auf das Immunsystem aus und wird seit längerem mit verschiedenen chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht, darunter Arteriosklerose und Schlaganfall. Offenbar besteht auch ein Zusammenhang zu Krebs – und das längst nicht nur bei Rauchern, wie bislang angenommen wurde. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Untersuchung bei Nichtrauchern

Die Forscher werteten die Daten von Männern aus, die in der Health Professionals' Follow-up Study registriert worden waren. Fast 20.000 von ihnen waren Nichtraucher. Im Laufe der 26 Jahre währenden Beobachtungszeit wurden mehrfach der Zahnstatus (darunter bestehende Parodontitis) überprüft und die Zahl der auftretenden Krebserkrankungen festgehalten.

Erhöhtes Risiko für Krebsarten, für die das Rauchen ein wichtiger Risikofaktor ist

Männer, die schon zu Beginn der Studie über eine Parodontitis berichteten, hatten ein um 13 Prozent erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Bei fortgeschrittener Parodontitis mit weniger als 17 im Mund verbliebenen Zähnen war das Risiko um 45 Prozent erhöht. Kein Zusammenhang bestand zwischen Parodontitis und Prostatakrebs, Darmkrebs und schwarzem Hautkrebs (Melanom), welche in der Studie die drei häufigsten Krebsarten bei den Nichtrauchern waren. Hingegen gab es eine Erhöhung des Risikos für Krebsarten, die oft durch das Rauchen ausgelöst werden: Lungenkrebs, Blasenkrebs, Krebs des Mundrachens, Speiseröhrenkrebs, Nierenkrebs, Magenkrebs und Leberkrebs. Verglichen mit Männern, die keine Parodontitis und noch 17 oder mehr Zähne hatten, war das Risiko für diese Krebsarten bei Männern mit fortgeschrittener Parodontitis um das Zweieinhalbfache erhöht. 

Fazit der Studienautoren

In der Studie war eine fortgeschrittene Parodontitis mit einem zweieinhalbfach erhöhten Risiko für rauchbedingte Krebsarten verbunden, obwohl es sich bei den Untersuchten um Nichtraucher gehandelt hatte. Als Ursache für den Zusammenhang vermuten die Studienautoren eine Fehlregulation des Immunsystems infolge der dauerhaften Entzündung des Zahnhalteapparates. Hierzu seien weitere Untersuchungen notwendig.

 

Quelle:

Michaud, D. S. et al.: Periodontal disease and risk of all cancers among male never smokers: an updated analysis of the Health Professionals Follow-up Study. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Januar 2016, doi: 10.1093/annonc/mdw028

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18