Gute Überlebensaussichten bei lokal begrenztem Prostatakrebs

Nachricht vom 09.08.2022

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

In einer Studie bestätigen sich sowohl nach der Operation als auch nach der Strahlentherapie bei Tumoren mit niedrigem bis mittlerem Risiko lange Überlebenszeiten.

Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs und niedrigem bis mittlerem Risiko für einen Krankheitsrückfall haben gute Überlebensaussichten. Das geht aus einer Untersuchung aus Spanien hervor, in der der Krankheitsverlauf über zehn Jahre nach verschiedenen Behandlungsmethoden verglichen wurde. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

Untersucht wurde der Verlauf bei insgesamt 704 Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs im Stadium T1 oder T2 mit niedrigem oder mittlerem Risiko. 192 von ihnen waren operiert worden, 195 wurden herkömmlich bestrahlt, 317 erhielten eine Brachytherapie. Bei dieser Form der Bestrahlung wird die Strahlenquelle in die unmittelbare Umgebung des Tumors gebracht, wodurch das gesunde Gewebe geschont wird.

Zehn Jahre nach der Diagnose waren in den drei Behandlungsgruppen jeweils 73 bis 85 Prozent der Patienten noch am Leben. In der Operationsgruppe war kein einziger Patient aufgrund des Prostatatumors verstorben. In der Brachytherapiegruppe waren knapp zwei Prozent der Patienten am Prostatakrebs verstorben, in der Gruppe mit herkömmlicher Bestrahlung rund sechs Prozent. Nach Anpassung aller möglicher Einflussfaktoren gab es beim Gesamtüberleben zwischen den Therapiegruppen keinen signifikanten Unterschied. Jedoch war das Risiko für einen biochemischen Rückfall, bei dem Prostata-spezifisches Antigen PSA wieder ansteigt, nach den Bestrahlungen höher als nach der Operation, bei der die Prostata mitsamt dem Tumor entfernt wird. Zudem erwies sich die Prostatakrebs-bedingte Sterblichkeit nach der herkömmlichen Strahlentherapie im Vergleich zur Operation als signifikant höher. Bei der Brachytherapie war der Unterschied im Vergleich zur Operation nicht signifikant.

Damit, so die Studienautoren, habe sich bestätigt, dass auch nach einer Strahlentherapie gute Überlebensaussichten bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit niedrigem bis mittlerem Risiko bestehen.

 

Quelle:

Suárez JF et al. Mortality and biochemical recurrence after surgery, brachytherapy, or external radiotherapy for localized prostate cancer: a 10‑year follow‑up cohort study. Scientific Reports 2022, 12:12589; https://doi.org/10.1038/s41598-022-16395-w

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 07.02.2023 16:34