Gute Prognose bei Melanomen mit wenig Befall des Sentinellymphknotens

Nachricht vom 22.02.2024

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Wenn nur vereinzelte Tumorzellen im Sentinellymphknoten gefunden werden, ist die Prognose deutlich besser als bei stärkerem Befall. 

Wenn bei der Diagnosestellung einzelne Melanomzellen im Sentinellymphknoten („Wächterlymphknoten“) festgestellt werden, werden maligne Melanome als Stadium IIIA klassifiziert, auch wenn es sich um nur dünne Tumoren handelt. Forscher stellten jetzt fest, dass die Prognose in diesem Falle gut ist. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Die Forscher aus Tübingen werteten die Daten von 237 Patienten aus, davon 95 mit einem dünnen Melanom und vereinzelten Tumorzellen im Sentinellymphknoten und 142 mit Lymphknotenmetastasen von mehr als 0,1 mm Durchmesser. Hinzu kamen die Daten von 143 Patienten aus einer anderen Studie, von denen 39 ein Melanom mit vereinzelten Tumorzellen im Sentinellymphknoten und 104 größere Lymphknotenmetastasen aufwiesen.

Es zeigte sich, dass die Patienten mit dünnem Melanom und vereinzelten Tumorzellen im Sentinellymphknoten einen deutlich besseren Krankheitsverlauf hatten als die Patienten mit größeren Lymphknotenmetastasen: Sowohl das rückfallfreie Überleben als auch das Überleben ohne Fernmetastasen waren signifikant besser. Die Prognose bei den dünneren Melanomen mit vereinzelten Tumorzellen im Sentinellymphknoten war sogar so gut wie bei Melanomen im Stadium IB, also einem frühen Krankheitsstadium.

Die allgemeine Empfehlung einer unterstützenden adjuvanten Therapie nach der Operation müsse demnach bei dünnen Melanomen mit vereinzelten Tumorzellen im Sentinellymphknoten erneut diskutiert werden, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Amaral T et al. Isolated melanoma cells in sentinel lymph node in stage IIIA melanoma correlate with a favorable prognosis similar to stage IBRunning title: isolated melanoma cells in sentinel lymph node. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 9. Februar 2024, doi:https://doi.org/10.1016/j.ejca.2024.113912

 

(KvK)

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