Gutartige Brustveränderungen: Manchmal ist zweite Mammographie zu empfehlen

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Bei bestimmten Befunden in der Mammographie empfiehlt sich eine frühe zweite Nachkontrolle, um eventuellen Brustkrebs rechtzeitig zu erkennen.

Mit der Mammographie wird nicht nur Brustkrebs entdeckt, auch gutartige Brustveränderungen können dabei diagnostiziert werden. Doch nicht immer sind die Befunde ganz eindeutig. Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift Radiology zufolge sollten Patientinnen, bei denen in der Mammographieuntersuchung nach dem System des American College of Radiology eine Brustveränderung als wahrscheinlich gutartig eingestuft wird, sechs Monate später erneut eine Brustuntersuchung erhalten, um wirklich sicherzugehen, dass es sich nicht doch um Brustkrebs handelt.

Die Forscher stützten sich bei ihrer Untersuchung auf die Daten von rund 45.000 Frauen im Alter von 25 bis 90 Jahren, die sich einer Mammographie unterzogen hatten und dabei den laut Breast Imaging Reporting and Data System (BI-RADS) Befund „wahrscheinlich gutartig, Kategorie 3“ erhielten. Wenn sich bei dieser Untersuchung ein verdächtiger Befund ergibt, kann eine Biopsie durchgeführt, also Gewebe aus dem Bereich entnommen werden. Doch gibt es bei „wahrscheinlich positivem“ Befund auch die Möglichkeit einer engmaschigen Kontrolle.

3,5% der Frauen unterzogen sich unmittelbar nach dem Mammographiebefund einer Biopsie, dabei stellten sich 4,6% der ursprünglich „wahrscheinlich gutartigen“ Befunde als Brustkrebs heraus. Bei den übrigen Frauen fanden Kontrolluntersuchungen im weiteren Verlauf statt. Insgesamt wurden während der Kontrollen 810 Brustkrebsfälle diagnostiziert, davon mehr als die Hälfte während der ersten sechs Monate nach dem verdächtigen Befund. 

Die Forscher leiteten daraus die Empfehlung ab, dass sich Frauen, die einen BI-RADS Kategorie 3-Befund („wahrscheinlich gutartig“) erhalten, spätestens nach sechs Monaten einer erneuten Mammographie unterziehen sollten. Zwar betrage die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei diesem Befund doch um Brustkrebs handeln könnte, weniger als zwei Prozent. Sollte es jedoch tatsächlich Brustkrebs sein, müsse dieser möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden, damit Heilung erreicht werden könne.

 

Quelle:

Berg WA et al. Cancer Yield and Patterns of Follow-up for BI-RADS Category 3 after Screening Mammography Recall in the National Mammography Database. Radiology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Mai 2020, https://doi.org/10.1148/radiol.2020192641

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24