Große angeborene Leberflecken beobachten

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Bei großen angeborenen Leberflecken besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich aus ihnen schwarzer Hautkrebs entwickeln kann. Vorsorgeuntersuchungen sind zu empfehlen.

Leberflecken, die schon bei der Geburt bestehen, sogenannte kongenitale Nävi, können in manchen Fällen sehr groß sein und ganze Körperteile einnehmen. In seltenen Fällen kann sich aus einem solchen Riesennävus schwarzer Hautkrebs, ein malignes Melanom, entwickeln. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher sammelten die Daten von erwachsenen Patienten, bei denen sich aus einem Riesennävus ein invasives malignes Melanom entwickelt hatte. Sie verglichen das Aussehen und die Eigenheiten der entstandenen bösartigen Tumoren mit denen von sogenannten invasiven oberflächlich spreitenden Melanomen und knotigen (nodulären) Melanomen, um herauszufinden, ob Ähnlichkeiten mit dem einen oder dem anderen bestehen.

Im Vergleich zu den Patienten mit oberflächlich spreitenden Melanomen hatten die Patienten mit Melanom, das sich aus einem Riesennävus entwickelt hatte, häufiger dickere Tumoren (Dicke nach Breslow), mehr befallene Lymphknoten und häufiger Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen. Ein höheres Lebensalter als 65 Jahre, eine Tumordicke nach Breslow von mehr als 2 mm, die Bildung von geschwürigen Anteilen, Metastasen in anderen Organen und positive Tumorränder bei der Operation (gleichbedeutend mit einer Entfernung des Tumors nicht im gesunden Gewebe) waren Faktoren, die das Überleben der Patienten mit einem aus einem Riesennävus entwickelten Melanom beeinflussten. Über alle Tumorstadien hinweg hatten Patienten mit Melanomen, die aus einem Riesennävus entstanden waren, ähnliche Überlebensdaten wie Patienten mit oberflächlich spreitenden Melanomen.

Da es sich um eine rückblickende Studie gehandelt habe, die sich auf Daten aus Patientenregistern stützte, so die Autoren selbstkritisch, sei ihre Aussagekraft eingeschränkt. Festgehalten werden könne jedoch, dass sich bei Erwachsenen aus angeborenen Riesennävi invasiver schwarzer Hautkrebs entwickeln kann, der mit einer ähnlichen Prognose einhergeht wie oberflächlich spreitende Melanome. Haus- und Hautärzte sollten ebenso wie betroffene Personen mit einem Riesennävus die Gefahr kennen und den Leberfleck regelmäßig untersuchen, gegebenenfalls auch mittels einer Biopsie. 

 

Quelle:

Turkeltaub, A. E. et al.: Characteristics, treatment, and survival of invasive malignant melanoma (MM) in giant pigmented nevi (GPN) in adults: 976 cases from the National Cancer Data Base (NCDB). Journal of the American Academy of Dermatology 2016, 74(6):1128-1134

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25