Gliom und Glioblastom: Zwei unterschiedliche Hirntumoren

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Eine große Studie zu den genetischen Ursachen bösartiger Hirntumoren zeigt deutliche Unterschiede zwischen Gliom und Glioblastom.

Noch weit mehr Gene, als bislang bekannt waren, sind offenbar Risikogene für die Entstehung des häufigsten bösartigen Hirntumors, des Glioms. Und: die bisherige Zweiteilung in hochgradige Glioblastome und niedriggradige Gliome ist offenbar gerechtfertigt. Das ergab die bislang größte Studie zum Erbgut bei dieser Erkrankung, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht wurden.

Beim hochgradigen Glioblastom sind die Überlebensaussichten besonders ungünstig, die meisten Betroffenen sterben innerhalb kurzer Zeit nach der Diagnosestellung. Aber auch das Gliom endet oft tödlich, da es sich bei der Operation nur selten komplett entfernen lässt.

Da die Erkrankung in bestimmten Familien gehäuft vorkommt, wird seit längerem eine genetische Komponente bei der Krankheitsentstehung angenommen. 13 Gene waren bekannt, in denen Veränderungen zu einem erhöhten Risiko für den Hirntumor führen. Nun fügten die Wissenschaftler der aktuellen Studie 13 weitere Risikogene hinzu. Damit könnten, so die Forscher, 27 Prozent des familiären Risikos am Glioblastom und bis zu 37 Prozent des familiären Risikos am Gliom erklärt werden.

Da offenbar jeweils verschiedene Gene bzw. Genveränderungen einen Einfluss haben, müssten Gliom und Glioblastom als voneinander getrennte Tumoren mit vermutlich unterschiedlicher Herkunft aufgefasst und behandelt werden.

 

Quelle:

Melin, B. S. et al.: Genome-wide association study of glioma subtypes identifies specific differences in genetic susceptibility to glioblastoma and non-glioblastoma tumors. Nature Genetics, Onlinevorabveröffentlichung am 27. März 2017, doi:10.1038/ng.3823

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35