Glioblastom: Drei charakteristische Genveränderungen

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In einer Studie identifizieren Wissenschaftler drei Genveränderungen, die typischerweise den Beginn von Glioblastomen markieren. Doch rasant zu wachsen beginnen die Tumoren offenbar erst viel später.

Damit sich Glioblastome, die häufigsten Hirntumoren im Erwachsenenalter, entwickeln können, sind offenbar nur drei Veränderungen an Genen, den Trägern der Erbinformation, nötig. Darüber berichteten Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Fachzeitschrift Cancer Cell.

Die Forscher untersuchten Gewebe aus Glioblastomen von 50 Patienten, wobei sie das Gewebe vom ursprünglichen Tumor mit dem von Rückfällen vergleichen konnten. Sie stellten fest, dass sich die Hirntumoren teilweise schon über einen langen Zeitraum von bis zu sieben Jahren entwickelt haben mussten. Offenbar braucht es, so die Forscher, zunächst sehr lange, bis sich ein Glioblastom „etabliert“ hat, weil die Krebszellen anfangs immer wieder absterben. Demnach beginnt das rasche Wachstum der Tumoren, für das sie bekannt sind, erst ab einem bestimmten Moment.

Die Forscher identifizierten drei Genveränderungen, die den Entstehungsbeginn von Glioblastomen befördern. Alle in der Studie untersuchten Glioblastome wiesen demnach mindestens eine dieser drei Veränderungen auf, die die Chromosomen 7, 9p und 10 betrafen. Doch erst, wenn zusätzlich eine Veränderung das sogenannte Telomerase-Gen dauerhaft aktivierte, begannen die Tumoren, so rasant zu wachsen. Das Enzym Telomerase sorgt dafür, dass sich die Krebszellen unendlich oft teilen können, ohne abzusterben. In gesunden Zellen ist die Telomerase im Regelfall nicht aktiv.

Während des raschen Tumorwachstums kommt es in den Krebszellen dann zu weiteren Genveränderungen. Diese später, im Rückfallgewebe auftretenden Mutationen unterscheiden sich von denen, die während der frühen Glioblastomphase vorhanden waren.

 

Quelle:

Körber V et al. Evolutionary Trajectories of IDHWT Glioblastomas Reveal a Common Path of Early Tumorigenesis Instigated Years ahead of Initial Diagnosis. Cancer Cell, Onlinevorabveröffentlichung am 5. März 2019, S1535-6108(19)30102-3. doi: 10.1016/j.ccell.2019.02.007

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 17.08.2019 15:49