GIST: Wieviele Metastasen sind entscheidend?

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Die Anzahl der Tochtergeschwülste in anderen Organen spielt bezüglich der Prognose offenbar eine entscheidende Rolle.

Wenn sich Krebserkrankungen über ihren Entstehungsort hinaus in andere Organe ausbreiten und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bilden, sinken die Überlebensaussichten meist enorm. Bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) ist dieser Zusammenhang offenbar nicht ganz so eindeutig: Wie sich die Prognose entwickelt, hängt einem Studienbericht in der Fachzeitschrift Acta Oncologica zufolge entscheidend davon ab, um wieviele Metastasen es sich handelt.

In der Studie wurden die Krankheitsverläufe bei 133 Patienten mit metastasiertem GIST beobachtet. Nach knapp sieben Jahren Beobachtungszeit war die Hälfte der Patienten verstorben. Die Wissenschaftler identifizierten Faktoren, die ein Langzeitüberleben wahrscheinlicher machten: eine gute allgemeine gesundheitliche Verfassung mit wenig Begleiterkrankungen, junges Lebensalter, Tumorgröße von weniger als fünf Zentimetern, die Operation bei metastasierter Erkrankung, die Operation des Ursprungstumors, normale Hämoglobinwerte (Hb, der die Anzahl der roten Blutkörperchen anzeigt), normale Albuminwerte, normale Neutrophile (eine Art weißer Blutzellen) und eben eine geringe Anzahl von Metastasen, nämlich maximal drei. In der Multivarianzanalyse kristallisierten sich dann drei Faktoren heraus, die für ein Langzeitüberleben verantwortlich zeichneten: eine gute allgemeine gesundheitliche Verfassung, ein kleiner Ursprungstumor und maximal drei Metastasen.

Wie stark der Einfluss der Metastasen auf die Prognose ist, spiegelte sich in folgenden Zahlen wider: Bei den Patienten mit mehr als drei Metastasen lagen das Fünf- und Zehn-Jahresgesamtüberleben bei 38 bzw. 20 Prozent. Hingegen waren von den Patienten, die höchstens drei Metastasen aufwiesen, nach fünf bzw. zehn Jahren 89 bzw. 71 Prozent noch am Leben.

In dieser Studie war die Anzahl der Metastasen bei Patienten mit GIST ein starker prognostischer Faktor für das Langzeitüberleben. Die Patienten, die höchstens drei Metastasen aufwiesen, hatten demnach eine ähnliche Prognose wie Patienten mit noch lokalisierter Erkrankung (also ohne Metastasen) mit hohem Risiko.

 

Quelle:

Hompland, I. et al.: Prediction of long-term survival in patients with metastatic gastrointestinal stromal tumor: analysis of a large, single-institution cohort. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Mai 2017, http://dx.doi.org/10.1080/0284186X.2017.1330555 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18