GIST-Therapie außerhalb von Studien

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Außerhalb von Studien werden Patienten mit gastrointestinalem Stromatumor entsprechend den aktuellen Leitlinien behandelt. Sie müssen keine Einbußen im Behandlungserfolg befürchten.

Seltene Tumoren, die den Verdauungstrakt betreffen, sind gastrointestinale Stromatumoren, unter der Kurzform GIST bekannt. Wissenschaftler wollten wissen, wie im medizinischen Alltag jenseits klinischer Studien mit der Krankheit umgegangen wird. Über ihre Beobachtungen berichteten sie kürzlich in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Die auf fünf Jahre angelegte Studie umfasste mehr als 1.600 Patienten mit lokal begrenztem oder fortgeschrittenem GIST aus 34 Ländern in Europa, Lateinamerika, Asien und Kanada. Bei den Patienten, deren Tumor noch lokal begrenzt war, wurde in den meisten Fällen zunächst operiert, so wie es die allgemeinen Leitlinien empfehlen. Auch die Patienten mit fortgeschrittenem GIST erhielten zumeist die empfohlene Therapie: Entweder, wenn aussichtsreich, eine Operation, oder eine medikamentöse zielgerichtete Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Imatinib oder beides.

Nach 30 Monaten waren von den Patienten mit lokal begrenzter Krankheit noch mehr als neun von zehn, bei den Patienten mit fortgeschrittener Krankheit mehr als acht von zehn Patienten am Leben. Zudem war bei rund 60 Prozent der Patienten mit fortgeschrittenem GIST die Krankheit nicht weiter vorangeschritten. Bei fortgeschrittenem GIST konnten damit sogar deutlich bessere Ergebnisse beobachtet werden, als zuvor aus klinischen Studien berichtet worden waren.

Nach Ansicht der Studienautoren werden Patienten mit GIST im normalen Praxisalltag jenseits klinischer Studien entsprechend den derzeit gültigen wissenschaftlichen Empfehlungen behandelt: Bei lokal begrenzter Krankheit mit einer Operation, bei der der Tumor möglichst vollständig entfernt wird, bei fortgeschrittener Krankheit mit einer Tyrosinkinasehemmertherapie mit Imatinib. Diese Therapien sind offenbar ebenso effizient, wie bei Patienten, die in klinischen Studien betreut werden.

 

Quelle:

Barrios, C. H. et al.: The GOLD ReGISTry: a Global, Prospective, Observational Registry Collecting Longitudinal Data on Patients with Advanced and Localised Gastrointestinal Stromal Tumours. European Journal of Cancer 2015, http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.07.010

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35