Gezielte Therapie nach der Operation bei Brustkrebs im Frühstadium

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Bei erblich bedingtem Brustkrebs kann unter Umständen eine Therapie mit einem PARP-Hemmer nach der Operation nutzvoll sein.

Wenn bei Patientinnen mit erblich bedingtem HER2-negativem Brustkrebs im Frühstadium aufgrund bestimmter Tumormerkmale ein hohes Rückfallrisiko besteht, kann es sich womöglich lohnen, nach der Operation eine unterstützende, sogenannte adjuvante Therapie mit einem Poly(Adenosin-Diphosphat-Ribose)-Polymerase (PARP)-Hemmer durchzuführen. Das zeigen die Ergebnisse einer Phase III-Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Studie nahmen 1.836 Brustkrebspatientinnen teil. Alle hatten einen HER2-negativen Brusttumor im Frühstadium, bei allen lag nachweislich eine Veränderung (Mutation) in einem der beiden Brustkrebsgene BRCA 1 oder 2 vor, weshalb sie ein erblich bedingt erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten, zum Beispiel Brustkrebs oder Eierstockkrebs, aufwiesen. Außerdem bestand bei allen ein hohes Risiko für einen Rückfall oder ungünstigen Krankheitsverlauf. Die Teilnehmerinnen wurden operiert. Zudem erhielten sie vor (neoadjuvant) oder nach (adjuvant) der Operation eine Chemotherapie. Für die Studie wurde ihnen nach der Operation, also adjuvant, zusätzlich eine Therapie mit einem PARP-Hemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo) verabreicht.

Durch die PARP-Hemmertherapie verlängerte sich im Vergleich zum Placebo das Drei-Jahres-krankheitsfreie Überleben, auch das Drei-Jahres-Überleben ohne die Bildung von Metastasen in anderen Organen verbesserte sich. In der Analyse war die Therapie mit dem PARP-Hemmer mit einer geringeren Anzahl von brustkrebsbedingten Todesfällen verbunden.

Eine adjuvante Therapie mit einem PARP-Hemmer nach der Operation und neoadjuvanten oder adjuvanten Chemotherapie kann bei Patientinnen mit BRCA-Mutation und HER2-negativem Brustkrebs mit hohem Risiko die Überlebensaussichten verbessern, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Im Studienverlauf traten keine unerwarteten bzw. unbekannten Nebenwirkungen auf. 

 

Quelle:

Tutt ANJ et al. Adjuvant Olaparib for Patients with BRCA1- or BRCA2-Mutated Breast Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Juni 2021, DOI: 10.1056/NEJMoa2105215

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 21.06.2021 15:04