Gezielte Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkrebs: Wovon die Prognose abhängt

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Mithilfe von fünf Biomarkern lassen sich die Überlebensaussichten bei Patienten mit metastasiertem Nierenkrebs vorhersagen, die mit einem Tyrosinkinasehemmer oder Interleukin-2 behandelt werden.

Nach der Einführung der gezielten Therapie mit sogenannten Tyrosinkinasehemmern haben sich die Überlebenschancen von Patienten mit Nierenkrebs im fortgeschrittenen Stadium verbessert – mehr Patienten als in Zeiten der reinen Chemotherapie können wirksam behandelt werden, selbst wenn die Tumoren bereits in andere Organe gestreut haben. Doch nicht alle Patienten profitieren gleichermaßen gut von den neuen Behandlungsmöglichkeiten. Um schon frühzeitig zu erkennen, ob ein Patient gut auf die Therapie ansprechen wird oder nicht, und seine Prognose besser vorherzusagen, können mehrere Parameter bestimmt werden. Dies geht aus einer Studie hervor, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Acta Oncologica veröffentlicht wurden.

Untersuchung an drei Risikogruppen

Die Forscher untersuchten den Krankheitsverlauf bei 735 Patienten mit metastasiertem Nierenkrebs, die zwischen 2006 und 2010 mit einem Tyrosinkinasehemmer oder Interleukin-2 behandelt worden waren. Die Hälfte der Patienten lebte 14 Monate und länger. Hinsichtlich des Risikos für einen ungünstigen Krankheitsverlauf kristallisierten sich drei Gruppen von Patienten heraus: Eine Gruppe mit niedrigem Risiko, von der die Hälfte der Patienten mindestens 33 Monate überlebte, eine Gruppe mit intermediärem Risiko, von der die Hälfte der Patienten mindestens 18,5 Monate überlebte, und eine Gruppe mit hohem Risiko, von der die Hälfte der Patienten nach rund sechs Monaten bereits verstorben war.

Biomarker zeigen unabhängig von der Risikogruppe eine gute Prognose an

Mehrere Biomarker, die vier bis zwölf Wochen nach Beginn der Therapie gemessen wurden, zeigten einen günstigen Krankheitsverlauf und gute Überlebensaussichten an: Ein systolischer Blutdruck (entspricht dem ersten Wert beim Blutdruckmessen) von mindestens 140 mmHg, ein niedrigerer Wert an Neutrophilen im Blut als normal, ein niedrigerer Wert an Blutplättchen als normal, Normalwert oder ein erhöhter Wert an Natrium im Blut sowie ein mindestens 1,5-fach erniedrigter Wert an Lactatdehydrogenase (LDH) im Blut nach Beginn der Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer oder Interleukin-2 waren unabhängig von der Risikogruppe, in der sich ein Patient befand, mit einem besseren Gesamtüberleben verbunden. 

Aus diesen fünf Biomarkern erstellten die Forscher ein Profil: Patienten mit einem guten Biomarkerprofil (Anwesenheit von drei bis fünf der Biomarker) hatten ein medianes Gesamtüberleben von 23,5 Monaten, im Vergleich dazu Patienten mit einem schlechten Biomarkerprofil (null bis zwei Biomarker) nur knapp zehn Monate.

Fazit der Studienautoren

Mithilfe von fünf Biomarkern lässt sich bei Patienten mit metastasiertem Nierenkrebs eine günstige Prognose für die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern oder Interleukin-2 ablesen: Bluthochdruck, ein Mangel an weißen Blutzellen (Neutropenie), ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), ein erniedrigter Wert an LDH und ein normaler bis erhöhter Wert an Natrium im Blut vier bis zwölf Wochen nach Therapiebeginn zeigen unabhängig vom Risikotyp und der Therapieform bessere Überlebensaussichten an.

 

Quelle:

Soerensena, A. V. et al.: A five-factor biomarker profile obtained week 4–12 of treatment for improved prognostication in metastatic renal cell carcinoma: Results from DARENCA study 2. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 7. Oktober 2015, DOI:10.3109/0284186X.2015.1091499

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35