Geschlechter: Unterschiedliche Prognose beim Merkelzellkarzinom

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Frauen und Männer haben unterschiedliche Überlebensaussichten, wenn sie am Merkelzellkarzinom erkranken. Die Ursachen dafür sind bislang nicht bekannt.

Bei zahlreichen Krebserkrankungen gibt es bezüglich der Prognose Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Ursachen dafür sind vielfältig, liegen unter anderem in einem unterschiedlichen Umgang mit den Angeboten zur Früherkennung, aber möglicherweise auch in biologischen Parametern. Wie sieht es beim Merkelzellkarzinom, einem aggressiven nicht-melanozytären Hauttumor, aus? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher verwendeten für ihre Analyse die Daten von 4.178 Patienten, mit Merkelzellkarzinom, deren Tumor zum Zeitpunkt der Erstdiagnose noch keine Metastasen in anderen Organen gebildet hatte. Alle unterzogen sich einer Operation. 

36 Prozent der Patienten waren Frauen. Sie hatten, wie die Analyse ergab, gegenüber den Männern signifikante Überlebensvorteile: Nach fünf Jahren waren zwei Drittel von ihnen noch am Leben im Vergleich zu 57 Prozent bei den Männern. Ihre Sterblichkeit am Merkelzellkarzinom war signifikant niedriger als bei Männern, während es bezüglich anderer Todesursachen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab.

Zwar, so beurteilten die Studienautoren abschließend, handele es sich nur um rückblickende Daten. Dennoch sei ein deutlicher Überlebensvorteil für Frauen hinsichtlich der Merkelzellkarzinom-bedingten Sterblichkeit zu erkennen.

 

Quelle:

Tam M et al. Improved survival in women versus men with merkel cell carcinoma. Journal of the American Academy of Dermatology 2021, 84(2):321-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 05.03.2021 16:13