Genveränderungen bei schwarzem Hautkrebs

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Sogenannte BRAF-Mutationen erlauben im fortgeschrittenen Stadium den Einsatz bestimmter zielgerichteter Wirkstoffe. Längst nicht alle Patienten haben einen Tumor mit einer solchen Veränderung.

Wenn die Diagnose schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) gestellt wird, werden nicht nur die Größe und Ausdehnung des Tumors bestimmt – auch bestimmte Merkmale werden untersucht, weil sie Einfluss auf die Therapie und den Krankheitsverlauf haben. So können in malignen Melanomen sogenannte BRAF-Mutationen vorkommen, die in fortgeschritteneren Krankheitsstadien den Einsatz zielgerichteter Wirkstoffe erlauben. Wissenschaftler untersuchten in einer Überblicksstudie, welche Faktoren das Auftreten von BRAF-Mutationen wahrscheinlicher machen. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Liegt eine Veränderung im sogenannten BRAF-Gen vor, werden mehr BRAF-Eiweiße gebildet als gewöhnlich. Sie stimulieren das Tumorwachstum und beschleunigen so die Entwicklung der Melanome. Medikamente, die die BRAF-Eiweiße hemmen, wie Dabrafenib oder Vemurafenib können diese Prozesse aufhalten.

Bei jüngeren Patienten kamen BRAF-Mutationen häufiger vor, ebenso bei Patienten mit oberflächlich-spreitenden Tumoren und mit fortgeschrittenen Tumoren. Zudem waren Melanome mit BRAF-Mutation häufiger am Körperstamm (Rücken, Brust, Bauch) und auf nicht sonnengeschädigter Haut zu finden.

Ob BRAF-Mutationen in schwarzem Hautkrebs auftreten oder nicht, hänge demnach vor allem vom Lebensalter und der Entstehungsursache des Tumors ab, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Nicht zu unterschätzen sei der Einfluss des UV-Lichts.

 

Quelle:

Soo Young Kim et al.: Metaanalysis of BRAF mutations and clinicopathologic characteristics in primary melanoma. Journal of the American Academy of Dermatology 2015, 72(6):1036-1046.e2

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18