Genetische Veränderungen beim Glioblastom im Krankheitsverlauf

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Ursprungstumor und Rückfalltumor unterscheiden sich oftmals in ihren genetischen Eigenschaften stark voneinander.

Wenn ein Glioblastom zurückkehrt, hat es sich oftmals gegenüber dem ursprünglichen Tumor stark verändert – seine molekularen Eigenschaften sind andere geworden. Dies müsse bei der Therapie vermutlich berücksichtigt werden. Zu diesem Schluss kommen niederländische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher analysierten Gewebeproben von 186 Patienten mit primärem Glioblastom, die sowohl vom Ursprungstumor als auch vom wiedergekehrten Tumor genommen worden waren. Etwa 300 Krebsgene wurden untersucht. Alle Patienten hatten eine Chemostrahlentherapie erhalten, bei der ein Chemotherapeutikum aus der Gruppe der Alkylanzien zur Anwendung gekommen war. 

In den Genen der ursprünglichen und der neuen Krebszellen wurden unterschiedliche molekulare Eigenschaften festgestellt. Alle der untersuchten Gene konnten von diesen Veränderungen betroffen sein. Dies habe, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, vermutlich Einfluss auf die Wirksamkeit von Therapien, weshalb vor Festlegung der jeweiligen Therapiestrategie beim Rückfall entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden müssten. Auch sei in klinischen Studien künftig zu berücksichtigen, dass solche Mutationen zwischen Ursprungs- und Rückfalltumor stattfinden können. Allerdings war es in der Studie offenbar nicht möglich, anhand der molekularen Eigenschaften des Rückfalltumors diejenigen Patienten zu identifizieren, bei denen eine erneute Operation möglich wurde, da sich kein klares molekulares Muster für diese Patientengruppe ergab.

 

Quelle:

Draaisma K et al. Molecular Evolution of IDH Wild-Type Glioblastomas Treated With Standard of Care Affects Survival and Design of Precision Medicine Trials: A Report From the EORTC 1542 Study. Journal of Clinical Oncology 2020;38(1):81-99

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41