Gene und Darmkrebsrisiko

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Bei einer Veränderung im Brustkrebsgen BRCA1 besteht offenbar auch ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.

Wenn bestimmte Veränderungen im Erbgut, der sogenannten DNA, vorliegen, besteht ein erhöhtes Krebsrisiko. Mitunter wird dabei nur eine bestimmte Krebsart begünstigt, manchmal aber auch gleich mehrere. Nun untersuchten Wissenschaftler, ob es einen Zusammenhang zwischen Veränderungen in den sogenannten Brustkrebsgenen BRCA1 und 2 und einem erhöhten Risiko für Darmkrebs gibt. Über ihre Ergebnisse berichteten sie in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

Die Forscher bewerteten zusammenfassend die Daten aus 18 Studien. Sie stellten ein statistisch signifikant erhöhtes Risiko für Darmkrebs bei Personen mit BRCA-Mutation fest. Bei näherem Hingucken zeigte sich jedoch, dass nur eine BRCA1-Mutation mit einem signifikant erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden war, nicht jedoch eine BRCA2-Mutation. Dies galt auch, wenn andere potenzielle Einflussfaktoren wie Lebensalter und Geschlecht berücksichtigt wurden.

Offenbar bestehe der Zusammenhang zwischen einer Veränderung im Brustkrebsgen und einem erhöhten Darmkrebsrisiko nur bei BRCA1-Mutation, so das Fazit der Studienautoren. Träger dieser Erbveränderung sollten darüber Bescheid wissen. Die Veränderungen im BRCA-Gen erhöhen auch die Neigung für Brustkrebs und Eierstockkrebs.

 

Quelle:

Oh M et al. BRCA1 and BRCA2 Gene Mutations and Colorectal Cancer Risk: Systematic Review and Meta-analysis. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Oktober 2018, https://doi.org/10.1093/jnci/djy148

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42