Gene, Hepatitis B, Alkohol und Leberkrebs: Wie hängt das alles miteinander zusammen?

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Bestimmte genetische Veränderungen bei Patienten mit chronischer Hepatitis B senken das ansonsten erhöhte Risiko für Leberkrebs – offenbar vermittelt über ein geringeres Risiko für chronischen Alkoholismus.

Patienten mit chronischer Hepatitis B haben ein erhöhtes Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken. Doch wie hoch dieses Risiko ist, hängt offenbar auch von den Genen ab. Verbindendes Element ist der Alkoholkonsum, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention berichteten.

Untersucht wurden bestimmte genetische Veränderungen, deren Rolle bei Patienten mit chronischer Hepatitis B bislang unklar war: der sogenannte ADH1B and ALDH2-Polymorphismus. Für die Studie wurden 3.824 Teilnehmer gewonnen, von denen 602 an Leberzellkrebs erkrankt waren, die anderen nicht. Alle wurden auf bestimmte ADH1B- und ALDH2-Varianten untersucht. Personen, bei denen mindestens eine bestimmte Veränderung vorlag, hatten ein geringeres Risiko, sich zum Alkoholiker zu entwickeln, als Personen ohne diese Genvarianten. Ebenso war das Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken, geringer.

Bestimmte ADH1B- and ALDH2-Genveränderungen beeinflussen indirekt – vermittelt über den Alkoholkonsum – das Risiko für Leberzellkrebs, so die Interpretation der Studienautoren. Dies müsse in künftigen Studien zum Zusammenhang von chronischer Hepatitis B und Leberzellkrebs berücksichtigt werden.

 

Quelle:

Liu, J. et al.: Alcohol drinking mediates the association between polymorphisms of ADH1B and ALDH2 and hepatitis B related hepatocellular carcinoma. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Januar 2016, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-15-0961

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.11.2017 22:18