Gefäßtumor bestrahlen

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Eine Strahlentherapie unterstützend zur Operation kann bei Hämangioperizytomen der Hirnhaut womöglich das lokale Rückfallrisiko senken.

Hämangioperizytome im Bereich der Hirnhäute sind sehr seltene bösartige Gefäßtumoren. Auch wenn sie bei der Operation anscheinend vollständig entfernt werden können, ist das Rückfallrisiko hoch. Möglicherweise lohnt es sich, nach der Operation noch eine Strahlentherapie durchzuführen, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica berichteten. Dadurch kann das Rückfallrisiko offenbar gesenkt werden.

In der rückblickenden Studie wurden die Daten von 48 Patienten ausgewertet, die zwischen 1990 und 2018 an sieben Sarkomzentren behandelt worden waren. Sieben (15%) Patienten hatten sich einer Operation unterzogen, 41 (85%) einer Operation und anschließenden Strahlentherapie. Durch die zusätzliche Strahlentherapie konnte offenbar eine gute lokale Tumorkontrolle erreicht werden. So war nach fünf Jahren bei 90% der Patienten, die eine Strahlentherapie erhalten hatten, der Tumor lokal noch immer unter Kontrolle. In der Gruppe derer, die nur eine Operation allein erhalten hatten, gelang dies bei 60%. Ansonsten spielten für die weitere Prognose noch das Ergebnis der Operation und die Vermehrungsgeschwindigkeit der Krebszellen eine Rolle.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, könne eine adjuvante Strahlentherapie nach der Operation das Risiko für einen lokalen Rückfall bei Hämangioperizytomen der Hirnhaut senken. 

 

Quelle:

Haas RL et al. Management of meningeal solitary fibrous tumors/hemangiopericytoma; surgery alone or surgery plus postoperative radiotherapy? Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 29. September 2020, https://doi.org/10.1080/0284186X.2020.1826574

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41