Gebärmutterkörperkrebs: Die Gebärmutter bei Kinderwunsch unter Umständen erhalten

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Bei jungen Patientinnen kann unter Umständen anstelle einer umfangreichen Operation eine Hormontherapie durchgeführt und so die Fertilität erhalten werden – allerdings nur bei niedriggradigem Tumor. 

Auch junge Frauen können schon an Gebärmutterkörperkrebs, dem sogenannten Endometriumkarzinom, erkranken. Wenn es sich um einen Tumor niedrigen Grades handelt, können die Frauen unter Umständen alternativ zur Gebärmutter-entfernenden Operation eine Hormontherapie durchführen, um ihre Fertilität und damit die Fähigkeit, später noch ein Kind zu bekommen, zu erhalten. Dies schmälert ihre Überlebensaussichten infolge der Krebserkrankung offenbar nicht, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

Im Normalfall werden bei der Operation von Gebärmutterkörperkrebs die Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter entfernt. Bei jungen Frauen jedoch kann, wenn es sich um ein niedriggradiges Karzinom handelt, der Eingriff erheblich verkleinert und auf das Abtragen des Tumors reduziert werden. Allerdings müssen die Patientinnen in diesem Fall mindestens sechs bis zwölf Monate lang eine hochdosierte Hormontherapie durchführen, um das Rückfallrisiko zu senken. Anschließend können sie noch schwanger werden und ein gesundes Kind bekommen.

In der Studie wurden die Daten von 6.339 Frauen unter 45 Jahren ausgewertet, die an lokal begrenztem niedriggradigem Gebärmutterkörperkrebs erkrankt waren. 161 von ihnen unterzogen sich einer Hormontherapie, die übrigen 6.187 wurden initial operiert. Nach einer Beobachtungszeit von 15 Jahren unterschieden sich die Sterberaten zwischen den beiden Therapiegruppen nicht signifikant. Die krebsbedingte Sterblichkeit schien in der Hormontherapiegruppe höher zu sein als in der Operationsgruppe. Allerdings ging der Unterschied nach Angaben der Studienautoren auf drei späte Todesfälle in der Hormontherapiegruppe zurück – bei weiteren Analysen, die sich auf eine erweiterte Definition von krebsspezifischer Sterblichkeit stützten, ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied im krebsspezifischen Überleben beider Patientinnengruppen.

Nach Ansicht der Studienautoren zeige die Studie, dass junge Patientinnen mit niedriggradigem Gebärmutterkörperkrebs unabhängig von der Wahl der initialen Therapie (Operation oder Hormontherapie) sehr gute Überlebenschancen hätten. Der Erhalt der Fertilität für einen späteren Kinderwunsch sei bei diesen Patientinnen offenbar möglich, ohne Einbußen in der Prognose befürchten zu müssen.

 

Quelle:

Greenwald, Z. R. et al.: Does hormonal therapy for fertility preservation affect the survival of young women with early-stage endometrial cancer? Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Dezember 2016, DOI: 10.1002/cncr.30529

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 14:17