Gebärmutterkörperkrebs: Bei hohem Rückfallrisiko

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

In einer Studie brachte bei Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs mit hohem Risiko eine kombinierte Chemostrahlentherapie nach der Operation gegenüber der alleinigen Strahlentherapie Überlebensvorteile.

Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs mit hohem Risiko für einen Rückfall profitieren offenbar davon, wenn sie nach der Operation nicht nur eine unterstützende adjuvante Strahlentherapie allein, sondern eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie erhalten. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

An der Studie nahmen 660 Patientinnen ab 18 Jahren teil, die an Gebärmutterkörperkrebs im Stadium I-III litten und aufgrund der Tumorcharakteristika ein hohes Risiko für einen Krankheitsrückfall hatten. Sie erhielten unterstützend, also adjuvant nach der Operation entweder eine Strahlentherapie oder eine Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie. 

Nach fünf Jahren waren in der Gruppe der Chemostrahlentherapie noch rund 81 Prozent der Patientinnen am Leben, in der Gruppe der alleinigen Strahlentherapie waren es noch 76,5 Prozent. Auch bezüglich des Fünf-Jahresüberlebens ohne weiteres Krankheitsereignis schnitt die Gruppe der mit Chemostrahlentherapie Behandelten signifikant besser ab. Die Patientinnen, die Chemostrahlentherapie erhalten hatten, entwickelten zudem seltener Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen. Die Rate an Nebenwirkungen war in der Chemostrahlentherapie höher, vor allem Nervenschädigungen traten öfter auf als bei alleiniger Strahlentherapie.

Die Studie zeige, so die Autoren abschließend, dass eine adjuvante kombinierte Chemostrahlentherapie bei Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs mit hohem Risiko gegenüber der alleinigen Strahlentherapie Überlebensvorteile bringe. Im Einzelfall müsse unter Einbeziehung des Risikos für Nebenwirkungen deshalb gründlich abgewogen werden, welche adjuvante Therapiestrategie zu bevorzugen sei. Die Studie werde noch weitergeführt, um auch Langzeitergebnisse zu erhalten.

Quelle:

de Boer SM et al. Adjuvant chemoradiotherapy versus radiotherapy alone in women with high-risk endometrial cancer (PORTEC-3): patterns of recurrence and post-hoc survival analysis of a randomised phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Juli 2019, http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30395-X

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Aktualisiert am: 23.08.2019 15:31