Gebärmutterhalskrebs: In Australien bald bedeutungslos?

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Durch HPV-Impfung und HPV-Screening kann die Häufigkeit der Erkrankung in den nächsten 20 Jahren so weit gesenkt werden, dass diese ihre Bedeutung als öffentliches Gesundheitsproblem verliert.

Im Jahr 2007 führte Australien als eines der ersten Länder die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) ein, zunächst für Mädchen, seit 2013 auch für Jungen. Gemeinsam mit dem seit Ende des vergangenen Jahres eingeführten HPV-Tests alle fünf Jahre für Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren könnte dies, einer Studie in der Fachzeitschrift Lancet Public Health zufolge, eine äußerst erfolgreiche Waffe im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs sein. Demnach soll die jährliche Neuerkrankungsrate an Gebärmutterhalskrebs bis zum Jahr 2028 auf weniger als vier Fälle pro 100.000 Frauen sinken. Damit würde die Krankheit bezüglich ihrer Häufigkeit in Australien nahezu in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Schon mit der Einführung des Gebärmutterhalskrebsscreenings im Jahr 1991 begann eine entscheidende Wende. Es beinhaltete, dass Frauen im Alter von 18 bis 69 Jahren alle zwei Jahre einen Abstrich vom Gebärmutterhals (pap-Test) durchführen lassen. In der Folge gingen die Zahlen an Gebärmutterhalskrebs bei Frauen jenseits des 25. Lebensjahres um rund die Hälfte zurück. Derzeit liegt die Neuerkrankungsrate bei etwa sieben Fällen pro 100.000 Frauen.

Anhand der aktuellen Berechnungen zeigt sich nun, dass eine weitere Senkung dieser Zahlen möglich sein wird: Auf weniger als sechs Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen bis zum Jahr 2020 (Variationsbreite 2018 bis 2022) und eben weniger als vier Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen bis zum Jahr 2028 (Variationsbreite 2021 bis 2035). In welchem Jahr die Zahlen jeweils genau erreicht werden, hängt laut der Studie unter anderem davon ab, wieviele Einwohner sich tatsächlich am Screening beteiligen werden und wie stark sich die Impfung von Jungen auf das Ansteckungsrisiko von Mädchen bzw. Frauen auswirkt. 

Im Jahr 2066 könnte die jährliche Erkrankungsrate vermutlich sogar bei weniger als einem Fall pro 100.000 Frauen liegen, sofern das HPV-Screening alle fünf Jahre auch für die Jahrgänge fortgeführt wird, die mit dem inzwischen neunvalenten HPV-Impfstoff geimpft werden. Er wirkt gegen neun potenziell krebserregende HP-Virustypen und wird auch hierzulande bei der Impfung eingesetzt. Und schon im Jahr 2034 könnte weniger als ein Todesfall pro 100.000 Frauen an der Erkrankung auftreten.

Binnen 20 Jahren verliere somit die Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs ihre Bedeutung als öffentliches Gesundheitsproblem in Australien, so die Interpretation der Studienautoren. Dies müsse als ein großer Erfolg von Screening und Impfung gewertet werden. Um die Erkrankung dauerhaft einzudämmen, sei es aber vonnöten, dass auch in Zukunft beides beibehalten werde.

 

Quelle:

Hall M T et al. The projected timeframe until cervical cancer elimination in Australia: a modelling study. Lancet Public Health, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Oktober 2018, http://dx.doi.org/10.1016/S2468-2667(18)30183-X

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 12.12.2018 15:17